Zeitmanagement

Was ist Zeitmanagement?

Gehörst Du auch zu den Menschen, für die der Tag einfach nicht genug Stunden hat und die der Zeit immer hinterher rennen? Keine Sorge, Du bist wahrlich nicht allein! Familie, Beruf und auch private Interessen unter einen Hut zu bringen, das ist wie mit 100 Bällen zu jonglieren, die unterschiedlich groß und schwer sind.

Und seien wir ehrlich. Egal wie gut Du auch in Deiner Planung bist – irgendwas kommt immer dazwischen und zerschießt Dir einfach das gesamte Konzept. Am Ende steht das Chaos und Du überstehst den Tag eigentlich nur mit heraushängender Zunge und bist vor lauter Hektik am Abend total KO.

Zeitmanagement: Das ist, laut Duden, der „strukturierte Umgang mit der zur Verfügung stehenden Zeit“ und in der Theorie wirklich eine tolle Sache. Bei der Umsetzung in die Praxis hapert es allerdings häufig.

Wir wollen Dir im nachfolgenden Artikel erklären, warum ein effektives Zeitmanagement wichtig ist und welche Methoden und Techniken es gibt, um Deinen täglichen Ablauf besser zu strukturieren und abzuarbeiten.

Wir zeigen Dir dabei auch auf, wo die Zeitdiebe des Tages lauern, wie ein gutes Zeitmanagement auch eine gute Selbstorganisation ermöglicht und welchen Gewinn Du am Ende dieser spannenden Reise für Dich herausziehen kannst.

Ein gutes Zeitmanagement ist für jeden wichtig

Manchmal hat man das Gefühl, Deadlines bestimmen unser Leben: Die Kinder pünktlich zur Schule bringen – natürlich mit gesundem Schulbrot im Ranzen. Den Bus ins Büro rechtzeitig erreichen – und während der Fahrt die ersten Mails abarbeiten. In der Mittagspause den Kindergeburtstag der Kleinen und den Sportkurs des Großen organisieren – während man zwei dringende Telefonate mit dem Steuerberater und dem Handwerker führt. Am Abend soll ein gesundes, leckeres und gemütliches Essen auf dem Tisch stehen und um 20 Uhr laufen die Nachrichten.

Den gesamten Tag verbringt man mit einem Auge auf der Uhr. Und warum? Nur, um Dinge zu tun, die in einem bestimmten Zeitfenster erledigt werden müssen. Und gefühlt sind das mit der Zeit immer mehr To-Do’s in immer kürzeren Abständen!

Zeitmanagement während der Schulzeit, des Studiums und im Beruf:

Sowohl während des Studiums – vermutlich schon in der Schulzeit und Abi-Phase – als auch im Beruf, ist es sinnvoll, sich einen Plan anzulegen, um kurzfristig, mittelfristig und langfristig Ziele festzulegen, an deren Umsetzung Du entsprechend arbeiten kannst.

Auf diese Art erledigst Du die tageweise anfallenden Pflichten und schaffst einen Ausblick, wie Du Deine Schullaufbahn, Dein Studium bzw. Deine Karriere voranbringen kannst, um auf ein von Dir selbst definiertes Ziel hinzuarbeiten.

Mit dieser Strategie behältst Du einen guten Überblick über die Situation und kannst Phasen, in denen wenig Schularbeiten sind, nutzen, um für eine Arbeit zu lernen. Oder, wenn das tägliche Geschäft vielleicht ein bisschen ruhiger ist, geh die längerfristigen Ideen an. Auch kannst Du Deinen täglichen Arbeitseinsatz deutlich besser auf die Zielgerade ausrichten.

Zeitmanagement in der Familie und im Haushalt

Das harmonische Leben in der Familie benötigt mindestens ebenso viel organisatorischen Aufwand, wie ein Kleinunternehmen. Schularbeiten kontrollieren, für Arbeiten abfragen, Kuchen für den Schulbasar backen, Elternabende und die privaten Aktivitäten des Nachwuchses organisieren – das kann ein Fulltime-Job sein.

Hinzu kommen Arzttermine, Ferien, der Besuch von oder bei der Verwandtschaft. Der Haushalt erledigt sich leider auch nicht von alleine und so soll auch der Kühlschrank stets gut gefüllt sein – natürlich mit guten und gesunden Lebensmitteln, die Wäsche gebügelt im Schrank verstaut und das Chaos im Keller unter Kontrolle gebracht werden. Ja, wann denn?

Hier ist es sinnvoll, wenn man eine Prioritätenliste macht, von den Großen zu den Kleinen Dingen arbeitet und vor allem delegieren lernt! Das spart Zeit, lässt alle am gemeinsamen Wohl teilhaben und schafft so Möglichkeiten, die Freizeit mit schönen Aktivitäten zusammen zu genießen.

Zeitmanagement für Dein persönliches Wohl:

Wer neben Beruf und Familie auch irgendwann Zeit für sich haben möchte, stellt fest: Diese Lücken muss man im vollgepackten Tagesablauf mit der Lupe suchen.

Doch es ist wichtig sich auch mal zu entspannen und ein Fenster zu haben, in dem wir nicht durch fremde Pläne bestimmt sind. Nur so können wir einem langfristigen Ausbrennen vorbeugen, das im schlimmsten Fall zu einem Burnout führen kann.

Egal ob Du Schüler oder Lehrer, Alleinstehend, alleinerziehender Vater oder berufstätige Mutter von Vierlingen bist: Zeitmanagement ist das A und O, um in dem turbulenten Alltag nicht unterzugehen, alle Bälle in der Luft zu halten und dennoch einen entspannten Überblick zu haben.

Wie Du zu Deinem persönlichen Zeitmanagement kommst, erklären wir Dir im Verlauf dieses Artikels noch genauer.

Wie kommt man zu einem guten Zeitmanagement?

Ob Du ein Freund von Listen bist oder nicht: Manchmal kommt man um die Verschriftlichung einfach nicht umhin. Zeitmanagement Methoden, wie Du Herr über die Pflichten wirst, gibt es aber viele.

Von der Salami-Taktik bis zur 80/20-Regel. Die effektivsten Strategien davon, wie Du Zeitmanagement verbessern kannst, wollen wir Dir hier vorstellen.

Alle starten allerdings damit, dass Du Dir einen Überblick über die Lage verschaffen solltest. Dafür benötigst Du etwa sieben Minuten gleich zu Beginn eines Tages – oder am Ende des vorigen Tages als Ausblick.

Strategien und Methoden des Zeitmanagements

Es gibt ganz unterschiedliche Methoden, wie Du ein vernünftiges Zeitmanagement  aussehen kann. Die Basis, die alle gemeinsam haben, ist eine Zusammenfassung dessen, was zu erledigen ist, zu erstellen.

Getting Things Done – oder vereinfacht: Listen

Die sicherlich effektivste und vor allem am schnellsten umzusetzende Methode für ein besseres Zeitmanagement, ist die Listentechnik. Einige unterteilen die Liste in privat und beruflich, andere in Uhrzeiten, wieder andere in Wichtigkeiten. Das hängt sicherlich auch davon ab, welche Themen auf der Liste abgearbeitet werden sollen.

Eisenhower-Matrix

Verblüffend einfach, verblüffend effektiv: Die Eisenhower-Matrix besteht aus vier Feldern:

  1. Dringend und wichtig
  2. Dringend, aber nicht wichtig
  3. Wichtig, aber nicht dringend
  4. Nicht wichtig und nicht dringend

Erledige die Dinge aus dem ersten Feld sofort. Dann schau, ob sich aus Feld zwei und drei Dinge delegieren lassen. Die Positionen aus dem 3. Feld solltest Du terminieren, damit sie nicht untergehen und plötzlich dringend und wichtig werden. Feld vier, das ist so eine Sache. Vieles daraus lässt sich eliminieren, anderes solltest Du dann zeitnah in Angriff nehmen.

Salami-Taktik

Ein simpler Trick: Wie isst Du eine Salami? In Scheiben natürlich. Und so solltest Du auch Deinen Tagesplan aufteilen: Scheibchenweise arbeitest Du Thema für Thema ab. Eignet sich auch für Vegetarier.

80/20-Regel oder Paretoprinzip

Vilfredo Pareto war ein italienischer Ökonom und ist Namensgeber für das von ihm entwickelte Paretoprinzip. Diese Idee besagt, dass etwa 80 Prozent der Ergebnisse mit 20 Prozent des Gesamtaufwandes erzielt werden können.

Er machte diese Entdeckung, als er die Verteilung des Bodenbesitzes in Italien analysierte. So fand Pareto heraus, dass etwa 20 Prozent der Bevölkerung 80 Prozent des Grund und Bodens besaßen.

Auf die heutige Zeit übertragen kann man beispielsweise sagen, dass in einigen Unternehmen 80 Prozent des Umsatzes von 20 Prozent der Kunden gemacht werden. Es macht nun also Sinn, diese Kunden herauszufiltern und ihnen besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Das Pareto Prinzip kann Dir helfen, Deine Zeit sinnvoll einzuteilen und dabei vernachlässigungswürdige Dinge außer Acht zu lassen.

Das ABC-Prinzip

Auch hier gilt es, eine Gewichtung zu finden: A für die wichtigsten Aufgaben mit hoher Dringlichkeit. B für die weniger wichtigen Aufgaben. C für die unwichtigen Aufgaben. Es gibt mutige Zeitmanagement-Kenner, die C einfach löschen.

The One Minute To-Do List

Gleiches Prinzip (Listen erstellen) mit neuer Methode. Hierbei ordnest Du Deine Liste in drei Kategorien.

Kategorie 1: Hier kommt alles rein, was Du noch am heutigen Tag erledigen musst, egal wie lange es auch dauert.

Kategorie 2: Schreibe in diese Kategorie alles, was mindestens bis morgen, besser noch bis in einer Woche Zeit hat. Unbedingt terminieren, damit Du den Überblick behältst.

Kategorie 3: Hier kommen die Dinge rein, die ohne Zeitdruck erledigt werden müssen. Auch in dieser Spalte finden sich sicher Punkte, die Du gänzlich löschen kannst.

Die Pomodoro Technik – vergleichbar mit der 60-60-30 Regel

Sowohl die Pomodoro-Technik, als auch die 60-60-30-Regel schließen in ihre Methode ein, dass der Mensch nicht durchgehend gleichbleibend leistungsstark sein kann.

Es gibt Phasen der Anspannung und des Antriebs und denen müssen Zeiten der Entspannung folgen. Bei der 60-60-30-Regel sind die Zeitfenster vorgegeben. Die Pomodoro-Methode ermöglicht es, diese Zeitregel zu individualisieren und auf Deine Bedürfnisse anzupassen, wenn ein Zeitfenster von 60 Minuten konzentrierter Arbeit nicht zu schaffen ist.

Gut ist beispielsweise ein Rhythmus von 25 Minuten Arbeit, 5 Minuten Pause, 25 Minuten Arbeit. Nach vier Arbeitsphasen solltest Du dann eine längere Pause einplanen.

10-10-10

Manchmal sind es gar nicht die Aufgaben, die uns so viel Zeit kosten, sondern Entscheidungsprozesse. Als ein sehr bewährtes Mittel hat sich die 10-10-10 Methode hierbei behaupten können.

Gehe von Deiner Entscheidung aus und stelle Dir folgende drei Fragen:

  • Welche Konsequenzen hat meine Entscheidung in 10 Minuten?
  • Welche Konsequenzen hat meine Entscheidung in 10 Monaten
  • Welche Konsequenzen hat meine Entscheidung in 10 Jahren.

Den Zeitraum kannst Du natürlich auch der Problemstellung anpassen. Wichtig ist nur, dass Du mit der Fragestellung eine Distanz aufbaust und es schaffst, objektiver eine Entscheidung zu treffen.

Die Jerry Seinfeld-Methode

Es ist ein Kreuz – ja, im wahrsten Sinne. Der großartige Comedian Jerry Seinfeld hat es sich zur Aufgabe gemacht, jeden Tag einen Witz zu schreiben.

Um sich besser überprüfen zu können, hat er sich einen Jahreskalender an die Wand gehängt und kreuzt jeden Tag an, an dem er einen Witz tatsächlich geschrieben hat, an.

Wenn er also mal überhaupt keine Lust hat, sein Soll zu erfüllen, dann schaut er seinen Kalender an und überlegt, ob es sich dafür lohnt, die beachtliche Kette zu durchbrechen. Tut es nicht, findet er.

Die Not To-Do Liste

Produktivität zeichnet sich dadurch aus, die Spreu vom Weizen, also die wichtigen von den unwichtigen Dingen unterscheiden zu können. Je nach Standpunkt, können diese Sachen unterschiedlich für jeden gelagert sein.

Erstelle eine Liste mit den Dingen, die Du nicht (mehr) tun möchtest. Sortiere nun aus: Was kann man endgültig aus seinem Leben streichen, welche Dinge kann man delegieren und um was kommst Du einfach nicht herum, findest aber vielleicht einen anderen Ansatz und somit einen anderen Zugang.

Die Energiekurve

Ebenso, wie Du nicht den ganzen Tag gleich produktiv bist, hast Du vielleicht auch Tagesphasen in denen Du besser bist, als in anderen.

Frühaufsteher sollten die Energie des anbrechenden Tages nutzen, um Dinge von der To-Do Liste zu schaffen, die ihnen Mühe bereiten.

Nachtmenschen können vielleicht nach Feierabend noch schnell etwas erledigen, was sie am nächsten Morgen viel mehr Zeit kosten würde. Finde Deine Energie-Momente und gewichte nach ihnen auch Deinen Tag.

Eat the Frog

Nicht nur für die Franzosen unter uns: Die Eat the Frog Methode schlägt vor, dass Du die unangenehmste Aufgabe des Tages als erstes hinter Dich bringst.

Das hat zwei sehr psychologisch wichtige Gründe. Zum einen kannst Du voller Stolz bereits sehr früh am Tag einen Haken hinter eine Sache machen, zum anderen schiebst Du das Thema nicht den ganzen Tag vor Dich her.

Manche Dinge sind unausweichlich. Stell Dich ihnen, dann hast Du es hinter Dir!

Übrigens „zwingen“ wir unsere Kinder meist nach dieser Methode zu leben: Mach erst Deine Hausaufgaben und dann kannst Du raus zum Spielen.

Zeitmanagement lernen

Das Gefühl, sein Leben mit allen Facetten, im Griff zu haben – das muss ein schönes Gefühl sein, denkst Du Dir. Noch! Denn bald kannst auch Du dazugehören. Tatsächlich gilt auch hier: Aller Anfang ist schwer.

Dabei ist lediglich der Schritt, die eingefahrenen Bahnen zu verlassen, schwierig. Denn schon nach kurzer Zeit wirst Du feststellen, dass Du nur wenig verändern musstest, um eine Menge zu verändern.

Ein effektives Zeitmanagement gehört mittlerweile zur guten Unternehmenskultur in der freien Wirtschaft. In kürzerer Zeit mehr erledigen. Dabei geht es nicht unbedingt darum, die Angestellten immer weiter auszubeuten, sondern die Prozesse effizienter zu machen.

Und genau das kannst und solltest Du im Kleinen für Deinen Schreibtisch und Dein Familienleben auch in Angriff nehmen.

Firmen bieten heute Zeitmanagement-Seminare an. In diesen Schulungen werden – manchmal individuell auf das Unternehmen abgestimmt – die Stellen ausgemacht, in denen Zeit „vergeudet“ wird. Wo also der Aufwand höher ist, als der Ertrag.

Dieses System ist aber für jeden Bereich anwendbar. Solltest Du trotz unserer Tipps nicht richtig wissen, wie Du Deine Zeit sinnvoll strukturieren kannst, dann gibt es im Buchhandel zahlreiche Lektüren zu dem Thema.

Ebenso werden Kurz- und Langzeitcoachings angeboten, die Dir bei der Suche helfen können.

Auch für Kleinunternehmer ist es vielleicht sinnvoll, sich professionelle Hilfe für eine gute Arbeitsstruktur zu suchen.

Tipps und Übungen für das persönliche Zeitmanagement

Strategien und Methoden – das hört sich ganz schön umfangreich an. Bevor Du vielleicht mit so einer Technik Dein vermeintliches Chaos in den Griff bekommst, wollen wir Dir noch ein paar ganz einfache Tricks vorstellen, wie Du Deine Zeit effektiver nutzen kannst:

Prioritätenliste erstellen:

Der Tag besteht aus unterschiedlich wichtigen To-Do’s. Sortiere sie und arbeite sie nacheinander ab. Erledige Deine Aufgaben möglichst bis zum Ende, bevor Du mit der nächsten anfängst. Wenn möglich, erstelle auch ein zeitliches Limit oder setze Dir eine Deadline, bis wann Du fertig sein musst.

Ein hilfreicher Trick ist, Deine Aufgaben aktiv zu formulieren:

  • E-Mail von Herrn XY beantworten
  • Point Präsentation erstellen
  • Steuerberater anrufen
  • Urlaubsflüge buchen

Wenn möglich, fange den Tag mit einer angenehmen Aufgabe an und lasse danach die unangenehmste folgen. Oder starte gleich mit dem unangenehmsten Punkt der Liste. Im Anschluss an diese „Eat the frog“-Technik musst Du Dich dringend „belohnen“. Das kann eine Mittagspause sein, aber auch eine schöne Tätigkeit, wie ein neues Buch bestellen.

Nun sollten die Arbeiten folgen, die zeitlich nicht unbedingt eine Deadline haben, aber erledigt werden müssen. Solltest Du am Ende des Tages noch Luft haben, geh nun Dinge an, die Du sonst auf morgen verschoben hättest.

Wenn es passt, dann solltest Du versuchen, ähnlich gelagerte Aufgaben in einem Rutsch abzuarbeiten. E-Mails beantworten, Rechnungen schreiben, Arbeitspläne erstellen. Wer nicht ständig einen Arbeitsprozess unterbricht, kann schneller und damit effektiver seine Aufgaben erledigen.

Sorge dafür, dass Du Deine Arbeiten ungestört erledigen kannst. Vieles erforderte ein hohes Maß an Konzentration und wenn Du immer wieder dabei unterbrochen wirst, dauert die Arbeit noch länger. Melde Dich für diese Zeit also aus dem Firmen-Chat ab, stelle das Telefon auf Anrufbeantworter, mache ein Schild an die Tür, dass Du nur in dringenden Fällen gestört werden darfst.

Das funktioniert im Übrigen auch daheim. Es braucht aber in jedem Fall eine kleine Eingewöhnungsphase bis sich Familie und Kollegen an Deinen neuen Arbeitsstil gewöhnt haben.

Formuliere, wenn möglich, Tages- und Wochenziele

Heute Abend möchte ich keine Mail mehr unbeantwortet im Eingang haben. Oder: Bis zum Wochenende sind die Unterlagen aus dem Posteingang abgeheftet.

Fokussiere dieses Ziel im Laufe des Tages/der Woche immer wieder aufs Neue und schau Dir Deine Fortschritte an.

Nutze spontane Zeitfenster, um kleine Aufgaben abzuarbeiten: Die Fahrt mit der Bahn ins Büro, die Zeit im Wartezimmer beim Arzt, eine Verspätung der Kinder beim Turnunterricht.

Solche Lücken eignen sich toll, um den Fotospeicher im Handy zu leeren, den E-Mail Account aufzuräumen, die To-Do Liste für den nächsten Tag zu erstellen oder die Einkaufsliste fürs Wochenende zu schreiben. Wieder ein Punkt von der Liste abgehakt und das ganz ohne zusätzlichen Zeitaufwand.

Derzeit ist „Cleaning“ beim Entschlacken des Alltags ein wichtiger Begriff. Das funktioniert nicht nur beim Aufräumen, sondern auch beim Zeitmanagement. Dinge, die Du immer wieder verschieben kannst, ohne, dass es etwas ausmacht, sind offensichtlich nicht wichtig genug.

Auch hier ein Beispiel zur Verdeutlichung:

Auf der Weihnachtsfeier vor drei Monaten bist Du mit einer Kollegin oder einem Kollegen etwas tiefer ins Gespräch gekommen. Ihr habt euch fest vorgenommen, unbedingt mal einen Kaffee zusammen zu trinken.

„XY anrufen“ landete auch gleich am nächsten Tag auf Deiner To Do Liste – und wird seitdem erfolgreich Tag für Tag verschoben. Streich es! Vielleicht passt es einfach gerade nicht. Aber seien wir ehrlich: Wenn Du wirklich wollen würdest, hättest Du Dich längst gemeldet. Das gilt umgekehrt übrigens auch!

Aber einen Zahnarzttermin zu vereinbaren, das solltest Du nicht von der Liste löschen, nur, weil Du seit Tagen nicht dazu kommst!

“Frau Meyer zum Diktat” – das gibt es heute vermutlich gar nicht mehr. Aber „Diktat“ ist eine praktische Sache! Wie viel Zeit am Tag verbringen wir mit dem Schreiben von Whats Apps, SMSen oder Mails? Dabei haben die meisten Smartphones eine Diktierfunktion. Nutze sie!

Zeitdiebe enttarnen

Damit meinen wir jetzt nicht die Sozialen Netzwerke, auf den wir viel mehr Zeit verbringen, als uns vermutlich bewusst ist. Nein, wir meinen ganz klar andere Menschen, die uns unsere Zeit rauben.

Dich nervt die Kollegin, die am Montag wieder stundenlang von ihrem wahnsinnig aufregenden Wochenende schwärmt und Du daneben nicht ein einziges Telefonat führen kannst? Sag ihr, sie möchte ihre Privatgespräche woanders führen.

In Großraumbüros könnte sich das Einführen von Stillen Stunden als effektiv erweisen. In diesem Zeitfenster gibt es keine Unterhaltungen und auch keine Telefonate. Probier es mal aus – bestimmt sind Deine Kollegen von den Ablenkungen innerhalb ihres Tages auch nicht begeistert.

Noch ein paar hilfreiche Tipps zum Thema Zeitmanagement im Büro:

  • Wechsel Dich im Telefondienst mit den Kollegen ab.
  • Geh eine halbe Stunde früher ins Büro, um eine wichtige Arbeit schon vor dem großen Rummel beendet zu haben.
  • Stell die Erinnerungsfunktion aus, dass sich eine neue Mail im Posteingang befindet und mach das Mail-Programm während einer anderen Tätigkeit zu.
  • Sortiere Deine Ablage übersichtlich, sodass alles griffbereit ist.
  • Belohne Dich nach abgearbeiteten Blöcken mit einem Kaffee, einem Keks oder einer kurzen Plauderei mit den Kollegen.

Zum Schluss ein ganz wichtiger Ratschlag: Perfektionismus ist in den meisten Bereichen des Lebens ein echter Zeitfresser. Klar, bei einer Operation am offenen Herzen sollte der Arzt Perfektionist sein. Aber es gibt Tätigkeiten, da reicht es, wenn sie erledigt sind, optimal, wenn sie gut erledigt sind. Spar Dir also den Perfektionismus für die Dinge auf, in denen das auch gewertschätzt und angebracht ist.

Tipps für gutes Zeitmanagement im Haushalt

Dinge im Vorbeigehen erledigen – wer wünscht sich das nicht? Es geht! Zum Beispiel im Haushalt.

Nachdem die Wäsche gefaltet ist, verteilst Du sie auf die entsprechenden Zimmer. Nutze den Wäschekorb doch gleich, um Sachen, aus den Zimmern wieder heraus zu transportieren, die dort nicht hingehören – beispielsweise Schmutzwäsche, Wassergläser, Müll.

Wenn Du, um Wasser zu holen, in den Keller musst, überlege, was Du nach unten bringen wolltest – vielleicht die Kiste mit der Weihnachtsdeko, den Hammer aus dem Werkzeugkasten oder die Steuerunterlagen des letzten Jahres.

Wer gut geplant einkaufen geht, ist schneller fertig und gibt weniger Geld für unnütze Dinge aus. Mach Zuhause einen Plan, was ihr während der Woche essen wollt und kauf so viel es geht auf Vorrat ein. Frische Sachen und Kleinigkeiten können dann auch unter der Woche besorgt werden, wenn Du ohnehin unterwegs bist.

Plane bei Deinen Mahlzeiten doch mal ein, auf Vorrat zu kochen. Ob Du vier Portionen Bolognese oder acht kochst, das spielt doch zeitlich keine große Rolle, Du hingegen sparst einmal Kochen.

Verschaffe Dir einen Überblick, welche Arbeiten täglich, wöchentlich und welche in noch größeren Abständen zu erledigen sind und plane dafür rechtzeitig Zeit ein.

Geschirrspüler ausräumen, Waschmaschine anwerfen – das erledigst Du vermutlich neben zwei Telefonaten und dem Zähne putzen. Der Hausputz, der einmal in der Woche gründlich gemacht werden muss, sollte unter den Bewohnern aufgeteilt werden. So kriegt jeder seine Aufgabe und alle haben was davon.

Fenster putzen, Kleiderschrank ausmisten, Heizungen abschrubben – dafür solltest Du entsprechend Zeit reservieren, weil es zu den Sonderaufgaben zählt.

Delegieren ist das Zauberwort: Schon von klein auf ist es Kindern zuzumuten aufzuräumen. Natürlich am Anfang noch begleitet. Aber wer von der Pike auf lernt, dass man nach dem Chaos-veranstalten auch wieder sauber machen muss, der nörgelt später weniger rum.

Bringe das Aufräumen spielerisch in die Zeit mit Deinen Kindern ein. Und beobachte Dich selber, wie Du mit dem Thema Putzen Deinen Kindern ein Vorbild bist. Wer ständig nörgelt „Dieser verdammte Hausputz…“, der muss sich nicht wundern, wenn die Kinder dazu auch keine Lust entwickeln.

Ein ganz anderes Thema ist der Partner. Die Versuche den umzuerziehen scheitern alle im Ansatz. Spätestens, wenn die Sportschau beginnt. Versuche ihn mit Belohnungen zur Mitarbeit zu bewegen. „Wenn Du mir mit dem Einkauf hilfst, dann koch ich heute Dein Lieblingsessen.“ Funktioniert garantiert besser als motzen!

Dein Zuhause wird nicht dadurch schön, dass sich kein Staubkorn traut, auf dem Boden zu liegen. Es ist die Persönlichkeit der Bewohner, die es zu einem Zuhause machen.

Natürlich sollte es sauber sein – das hat ja schon allein was mit der Gesundheit zu tun. Aber übertreib es nicht. Während Du Dich stundenlang abmühst, streifenfrei zu putzen, toben Deine Kinder draußen alleine im Garten. Und danach? Danach vergessen sie die Schuhe auszuziehen und Du guckst grantig aus der Wäsche.

Hilfreiche Tools für das Zeitmanagement

Unser Smartphone kann ein ganz schöner Zeitfresser sein. Dauernd surfen wir im Internet, haben unsere Social Media Kanäle im Blick und teilen uns über SMS, E-Mail und WhatsApp mit. Über den Tag verteilt, kann da ganz schön viel Zeit bei draufgehen!

Doch das Smartphone kann auch sehr effektiv beim Zeitmanagement sein, wenn Du die richtigen Tools hast. Als Zeitmanagement-Apps haben sich folgende Programme bewährt:

aTimeLogger

Der Time Tracker verrät Dir, wo Deine Zeit geblieben ist. Die App protokolliert, wann Du was getan hast und deckt so auch die Positionen des Tages auf, bei denen Du Dir vielleicht nicht im Klaren warst wie viel Zeit Du tatsächlich dabei aufwendest.

Schnell mal Facebook checken, das Abendessen auf Instagram teilen oder auf Pinterest eine neue Pinnwand für schöne Kinderzimmereinrichtungen erstellen – alles sicherlich sinnvolle Dinge, die in Wahrheit aber viel mehr Zeit benötigen, als wir es empfinden.

Kennt man doch aus der Kindheit: Wenn etwas Spaß gemacht hat, dann verging die Zeit irgendwie viel schneller als eine Schulstunde.

Der Time Tracker kann verschiedene Tätigkeiten parallel aufzeichnen und lässt sich in alle Formate exportieren. Er ist außerdem Kostenlos.

Clockwork Tomato

Durchgehend effektiv arbeiten – das kann niemand. Wer Leistung bringen will, muss auch Pausen einhalten. Die sogenannte Pomodoro-Methode haben wir Dir bereits vorgestellt.

Clockwork Tomato verfolgt genau dieses Prinzip der Arbeits- und Entspannungsphasen und lässt sich dafür individuell konfigurieren. Ein akustisches Signal erinnert Dich, dass es Zeit ist, die Arbeit zu unterbrechen – oder auch wieder aufzunehmen. Auch diese App ist kostenlos.

Do It (Tomorrow)

Keine Lust auf Listen im Papierformat? Dann kommt hier die Smartphone-Variante: Do It (Tomorrow). Hier geht es um das gezielte Listen schreiben für den heutigen und den morgigen Tag. So kannst Du mit nur einem Wisch, Dinge als erledigt markieren oder auf den nächsten Tag verschieben.

Überhaupt bietet die Technik viele Hilfsmittel, auch ohne dass Dein Smartphone zum Einsatz kommen muss.

Zum Beispiel Dein PC.

Outlook: Dieses Programm kann deutlich mehr, als E-Mails empfangen, versenden und organisieren. Schon innerhalb des Mail-Programms kannst Du den Nachrichten eine gewisse Gewichtung zuordnen.

Aber es bietet auch die Möglichkeit einen Kalender zu führen, den Du mit Kollegen und/oder Familienangehörigen teilen kannst, um eine bessere Übersicht zu behalten, und ein Aufgabentool zu verwenden, mit dem Du Deadlines und Prioritäten setzen kannst. Darüber hinaus ist es kompatibel mit anderen Programmen, mit denen Du To-Do Listen erstellen und Notizen verwalten kannst.

Fazit

Zeitmanagement ist eine sinnvolle Geschichte, um Strukturen zu schaffen und einen Plan zu erarbeiten, nach dem Dinge bearbeitet werden müssen. Noch ein To-Do-Punkt mehr auf meiner Liste, magst Du jetzt denken. Und Du hast recht.

Du hast nun einen Punkt mehr in der Tagesordnung, den Du einbinden musst. Aber, Du wirst sehr schnell feststellen, dass Du mit nur sehr geringem Aufwand einen sehr hohen Nutzen davontragen wirst.

Die zehn Minuten, die Du also in das Management Deines Tages steckst, zahlen sich vielfach wieder aus.

Du wirst die Projekte ruhiger angehen, Deadlines gut einhalten können, nicht in Panik ausbrechen, wenn mal etwas schief geht, weil immer noch Plan B greifen kann.

Das wird Dich in Deinem Tun, egal ob für die Schule, die Uni, den Job oder Daheim, effizienter machen. Wenn das verinnerlicht ist, wirst Du die Dinge auch wieder begeisterter angehen und durch die gewonnene Zeit mehr Raum für Dinge schaffen, die Dir wichtig sind.

Zeitmanagement – probier es mal aus, Du kannst nur gewinnen!