Säure-Basen-Haushalt

Wer sich mit gesunder Ernährung beschäftigt, wird über kurz oder lang auf den Begriff „Säure-Basen-Haushalt“ stoßen. Bereits leichte Abweichungen in diesem Bereich, und sei es auch nur für einen kurzen Zeitraum, beeinflussen unseren Stoffwechsel und Hormonhaushalt enorm. Für den Säure-Basen-Haushalt spielt neben ausreichender Bewegung, vor allem die Ernährung eine tragende Rolle. Befasst man sich mit dem Thema, stößt man schnell auf ganze Listen von Lebensmitteln, die in die Kategorien „basisch“oder „sauer“ eingeteilt werden – und auf Experten, die zu einer basischen Ernährung als Mittel gegen Müdigkeit, Übergewicht und Atemwegsbeschwerden raten. Doch was ist der Säure-Basen-Haushalt eigentlich genau? Wie reagieren Säuren und Basen miteinander? Und was passiert, wenn der Säure-Basen-Haushalt aus dem Gleichgewicht gerät? Hier liest Du, welche Folgen Störungen der Säurekonzentration in unserem Organismus haben und welche Rolle der pH-Wert bei diesem Thema spielt.

Einfach erklärt – Was ist der Säure-Basen-Haushalt?

Was sind Säuren?

Der chemischen Definition nach handelt es sich bei Säuren um Stoffe, deren Teilchen Protonen (Wasserstoffionen) freisetzen. Sie sind somit Protonenlieferanten, die unser Organismus für verschiedene Stoffwechselprozesse benötigt. Je leichter sie die Protonen abgeben, desto stärker ist die Säure, je mehr Protonen sich in einer Lösung befinden, desto saurer ist sie.
Säuren entstehen zum einen im Körper, zum anderen werden sie diesem durch Nahrung zugeführt. Über unsere Lungen, Nieren und Haut werden sie wieder aus dem Körper ausgeschieden. Um ein gesundes Gleichgewicht beizubehalten, werden basisch wirkende Stoffe benötigt, um die Säuren zu neutralisieren und auszuleiten.

Was sind Basen?

Basen gehören zu den so genannten Hydroxylionen und sind die Gegenspieler der Säuren. Anders als Säuren, binden Basen Protonen, statt sie freizusetzen. Sie werden entsprechend auch als Protonenakzeptoren bezeichnet.

Wie reagieren Säuren und Basen miteinander?

Treffen Säuren und Basen aufeinander, neutralisieren sie sich gegenseitig. Wenn sich in einer Lösung genauso viele Hydroxylionen wie Wasserstoffionen befinden, ist diese neutral. Um das Verhältnis der Konzentration von Basen und Säuren in einer Lösung zu beschreiben, wird diese mit dem pH-Wert ausgedrückt. Eine neutrale Lösung hat einen pH-Wert von 7. Liegt der pH-Wert unter 7, ist die Lösung sauer. Liegt er darüber, ist sie basisch.

Was ist nun der Säure-Basen-Haushalt?

Bei dem Säure-Basen-Haushalt handelt es sich um einen physiologischen Regelkreis der dafür sorgt, dass der pH-Wert des Blutes in einem konstanten Verhältnis gehalten wird. Die Regulation des Gleichgewichts aus Säuren und Basen erfolgt über den Stoffwechsel (in diesem Fall über die Ausscheidung der Nieren und die Haut) und über die Atmung ( also über die Lungen).
In all unseren Zellen fällt CO2 als Stoffwechselprodukt an. Im Blut liegt dieses Gas in gelöster Form als Kohlensäure vor. Damit diese wieder aus dem Körper ausgeschieden werden kann, atmen wir CO2 über unsere Lungen aus. Eine vermehrte oder verminderte Atmung sorgt im Normalfall dafür, dass ein erhöhtes Aufkommen von Säuren oder Basen schnell wieder ausgeglichen werden kann.
Auch über die Nieren können effektiv saure Produkte in Form von Urin ausgeschieden und so eine Regulation des Säure-Basen-Haushalts vorgenommen werden, indem Säure ausgeschieden wird und der pH-Wert dadurch sinkt. Dieser Vorgang kann jedoch Stunden bis Tage dauern. Neben den Nieren beeinflussen auch andere Stoffwechselwege den Säure-Basen-Haushalt. So werden beispielsweise bei starkem Durchfall viele Basen mit ausgeschieden, was wiederum zu einer Übersäuerung führen kann.
Zudem verfügt unser Blut über eigene Regulatoren, die Puffersysteme oder auch Pufferkapazitäten genannt werden. Zu ihnen zählen:

  • Kohlensäure-Bicarbonat-System,
  • Phosphat-Puffersystem,
  • Proteinat-Puffersystem
  • und das Hämoglobin.

Diese sorgen dafür, dass die Protonenkonzentration im Blut konstant gehalten und somit ein Säure- oder Basen-Überschuss ausgeglichen werden kann.

Wieso ist ein ausgewogener Säure-Basen-Haushalt wichtig?

Gerät das Säure-Basen-Gleichgewicht durcheinander, sinkt oder steigt der pH-Wert unseres Blutes. Ein ausgewogener Säure-Basen-Haushalt sorgt dafür, dass sich der pH-Wert im idealen Bereich, das heißt bei einem Wert von 7,35 bis 7,45 bewegt. Das ist wichtig, damit die Stoffwechselprozesse reibungslos verlaufen können. Hierzu zählen die Funktion der Enzyme, die Wirkung der Hormone, die Reizleitung der Nerven und der Molekülverkehr zwischen den Körperzellen. Werden diese Abläufe beeinflusst, kann es zu einer Übersäuerung des Körpers kommen.
Wir nehmen Säure unter anderem über unsere Nahrung auf. Diese wird mithilfe von Mineralstoffen neutralisiert und dann über die Leber und die Nieren ausgeschieden. Nehmen wir über die Nahrung zu wenig basische Stoffe auf, verfügt der Körper über eine sogenannte Pufferkapazität, um den sauren Überschuss aus eigenen Mitteln zu neutralisieren. Allerdings hat er nur begrenzte Kapazitäten und die sollten möglichst schnell wieder aufgefüllt werden.

Vorsicht: Übersäuerung

Alkohol, Nikotin, Stress, falsche Ernährung oder Krankheiten können unseren Säure-Basen-Haushalt ganz schön durcheinanderbringen. Werden langfristig zu wenig Mineralstoffe und zu viele saure Faktoren, beispielsweise über ungesunde Ernährung aufgenommen, kann unser Körper dies nicht mehr ausgleichen. In vielen Fällen reagiert der Körper dann mit einer Übersäuerung, die auch Azidose genannt wird. Was genau bei einer Übersäuerung passiert und welche Auswirkungen sie auf unseren Organismus hat, kannst du hier nachlesen.

Säuren-Basen-Haushalt – Die pH-Werte

Der pH-Wert gibt an, welche Konzentration von Säuren bzw. Basen in einer Flüssigkeit vorliegt. Diese Konzentration wird mit den Zahlen von 0 bis 14 auf der so genannten pH-Wert Skala angegeben. Die Abkürzung pH steht für das lateinische „potentia Hydrogenii“ und bedeutet „Konzentration des Wasserstoffs in einer Lösung“.

Die pH-Wert Skala

Die pH-Wert Skala reicht von sauer (Werte zwischen 0 und 6,9) über neutral (7) bis hin zu basisch oder alkalisch (Werte zwischen 7,1 bis 14).
Im menschlichen Körper, der zum größten Teil aus Flüssigkeiten besteht, gibt es eine ganze Reihe verschiedener pH-Werte. Während Magensäure, wie der Name schon sagt, mit einem niedrigen pH-Wert von 1,2 bis 2,0 recht sauer ist, ist Gallenflüssigkeit mit einem Wert von 7,35 bis 7,45 basisch. Die stark voneinander abweichenden pH-Werte in unserem Körper erfüllen ganz unterschiedliche Funktionen. Um beim Beispiel zu bleiben, dient der Säuregehalt des Magensaftes dem Zersetzen von Speisen im Magen.

Den pH-Wert im Blut messen

Für die Diagnose von Krankheiten spielt der pH-Wert des Blutes eine wichtige Rolle. Menschliches Blut ist normalerweise leicht basisch, mit einem pH-Wert zwischen 7,35 und 7,45. Der pH-Wert des Blutes hat einen großen Einfluss auf viele verschiedene Stoffwechselvorgänge im Körper. Um festzustellen, ob im Körper eine Übersäuerung vorliegt, kann der pH-Wert des Blutes anhand eines Tests gemessen werden. Diese Messung wird vom Hausarzt im Rahmen einer Blutgasanalyse vorgenommen und liefert schnelle und genaue Werte. Für diese Analyse wird arterielles Vollblut oder Blut aus dem Ohrläppchen abgenommen und auf die Gasverteilung von Sauerstoff und Kohlendioxid, den pH-Wert, den Basenexzess, die Sauerstoffsättigung, den Sauerstoff-Partialdruck und auf weitere Gaswerte untersucht. Die Messung des pH-Wertes erfolgt mit Hilfe von Indikatorfarbstoffen, die mit Teststreifen verglichen werden.

Den pH-Wert im Urin messen

Alternativ zur Messung des pH-Wertes über das Blut, kann dieser auch über den Urin geprüft werden. Entsprechende Teststreifen für einen Selbsttest sind in der Apotheke erhältlich.
Hierbei sollte jedoch beachtet werden, dass der pH-Wert des Urins über den Tag hinweg starken Schwankungen unterliegt. Während Morgenurin eher sauer ist, ist Urin am Abend eher basisch. Normalerweise ist Urin mit einem Wert von 6,0 leicht sauer, der Toleranzbereich liegt zwischen 4,8 und 7,6.Aus diesem Grund sollte der Urin mehrmals täglich zu festen Zeiten über einen längeren Zeitraum gemessen und so ein Durchschnittswert ermittelt werden.

Was ist ein guter pH-Wert?

Normalerweise hat Blut einen pH-Wert zwischen 7,35 und 7,45. Dies wird in der Regel auch als Ausgangswert für die Analyse genommen.

Was ist ein schlechter pH-Wert?

Weicht der pH-Wert des Blutes vom Normalwert ab, ist dies ein Hinweis darauf, dass die Pufferkapazität des Körpers, also die Regulierung der Säurezufuhr mittels Mineralstoffen, nicht richtig funktioniert. Dies kann zu höheren oder niedrigeren pH-Werten führen. Liegt der pH-Wert über 7,45, ist das Blut zu basisch und es liegt eine Untersäuerung, bzw. Alkalose vor. Liegt der Wert unter 7,35, ist das Blut entsprechend zu sauer und es liegt eine Übersäuerung, bzw. Azidose vor.

Gibt es einen optimalen pH-Wert?

Der pH-Wert unterliegt verschiedenen Schwankungen, sodass es den optimalen Wert nicht gibt. Allerdings sollte er von den oben genannten Norm-Werten des Blutes nicht allzu sehr abweichen.

Welche Störungen des Säure-Basen-Haushalt gibt es?

Wie bereits aufgeführt, kann es vorkommen, dass durch eine „saure“ Lebensweise die Pufferkapazität unseres Körpers nicht mehr einwandfrei funktioniert und der Säure-Basen-Haushalt aus dem Gleichgewicht gerät. Je nachdem, ob wir übersäuert oder untersäuert sind, kann dies zu verschiedenen lebensbedrohlichen Stoffwechselstörungen führen. Es können auch gleichzeitig mehrere Störungen des Säure-Basen-Haushalts vorliegen.

Eine Azidose im Säure-Basen-Haushalt

Liegt der pH-Wert des Blutes unter 7,35, liegt eine Übersäuerung (Azidose) vor. In einem solchen Fall befindet sich zu viel Säure bzw. zu wenig Base im Blut. Dies führt zu einer Senkung des pH-Wertes. Es wird hierbei zwischen respiratorischer Azidose und metabolischer Azidose unterschieden.

Eine respiratorische Azidose im Säure-Basen-Haushalt

Bei einer respiratorischen Azidose handelt es sich um eine atmungsbedingte Übersäuerung, bei der CO2 nicht ausreichend aus dem Organismus abgelassen werden kann. Der überschüssige Kohlenstoff lagert sich in Folge in Form von Bikarbonat im Körper an und verursacht die Übersäuerung. Dies entsteht durch eine oberflächliche und/oder zu langsame Atmung, beispielsweise als Folge einer Hypoventilation.

Eine metabolische Azidose im Säure-Basen-Haushalt

In diesem Fall handelt es sich um eine stoffwechselbedingte Übersäuerung, die mit einer zu hohen Konzentration saurer Stoffwechselprodukte im Blut einhergeht. Dies führt zu einer Überlastung der Puffersysteme und hat zur Folge, dass der pH-Wert schlagartig sinkt. Diese Art der Azidose ist in vielen Fällen lebensbedrohlich.

Eine Alkalose im Säure-Basen-Haushalt

Bei einer Alkalose befindet sich zu viel Base oder zu wenig Säure im Blut, was zu einer Zunahme des pH-Wertes führt. Der pH-Wert steigt hierbei über den Normwert von 7,45 an. Auch bei Alkalose ist zwischen respiratorischen und metabolischen Formen zu unterscheiden.

Eine respiratorische Alkalose im Säure-Basen-Haushalt

Steigt der pH-Wert infolge gesteigerter Atmung (Hyperventilation) an, spricht man von einer atmungsbedingten, also respiratorischen Alkalose. Hierbei wird zu viel CO2 von der Lunge abgegeben und der Kohlendioxidpartialdruck des Blutes verringert sich.

Eine metabolische Alkalose im Säure-Basen-Haushalt

Infolge von chronischem Erbrechen oder Magenspülungen kann es zum Verlust von sauren Valenzen kommen. Dies löst dann eine stoffwechselbedingte, also metabolische Alkalose aus.

Was sind die Ursachen für einen übersäuerten Säure-Basen-Haushalt?

Die Ursachen dieser Störungen sind in der Regel bei schwerwiegenden Erkrankungen wie Asthma und anderen Lungenerkrankungen zu finden. Weitere Ursachen können Stoffwechselstörungen im Zusammenhang mit Diabetes, starkem Alkoholismus oder Magersucht sein. Aber auch in Folge von Vergiftungen oder Verletzungen der Lunge durch Unfälle kann eine Übersäuerung des Körpers stattfinden. Emotionale Belastungen, Herzfehler oder Höhenaufenthalte können ebenfalls zu einer Übersäuerung führen.
Eine weitere Ursache für Übersäuerung liegt vor, wenn der Körper in Folge eines Nierenversagens zu wenig Säure über die Nieren ausscheidet (Retentionsazidose). Scheidet der Körper hingegen vermehrt Basen aus (Substraktionsazidose), können mögliche Ursachen langanhaltender Durchfall oder die Einnahme harntreibender Mittel sein.

Was sind die Symptome für einen gestörten Säure-Basen-Haushalt?

Unsere Gesundheit, unser Wohlbefinden und unsere Belastbarkeit werden stark von unseren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten beeinflusst. Unser Organismus hat einiges zu tun, wenn es darum geht, die Gift- und Schadstoffe auszugleichen, die wir ihm täglich zuführen. Kommen Bewegungsmangel und psychischer oder physischer Stress hinzu, kann sich dies negativ auf unseren Säure-Basen-Haushalt auswirken. Die Folgen einer Übersäuerung sind vielfältig:

  • Durchfall
  • Sodbrennen
  • Haut- und Bindegewebsprobleme
  • Müdigkeit und Konzentrationsschwäche
  • Gewichtszunahme bis hin zu Übergewicht
  • Haarausfall
  • Hitzewallungen
  • Migräne
  • geschwächtes Immunsystem
  • brüchige Haare und Nägel

Die Auswirkung von Kaffee im Säure-Basen-Haushalt

Das koffeinhaltige Lieblingsgetränk der Deutschen steht in dem Ruf, schlecht für den Säure-Basen-Haushalt zu sein. In diesem Zusammenhang wird oft von Kaffee als Säurebildner gesprochen, doch ist dies ein Irrtum: Ganz im Gegenteil sorgt Kaffee durch die in ihm enthaltenen basischen Mineralstoffe für einen leichten Basenüberschuss.
Zwar regt das Getränk die Magensäure-Produktion an, jedoch löst er keine Übersäuerung im Stoffwechsel aus. Wird viel Kaffee getrunken und kommen weitere Faktoren wie Nikotin, Alkohol oder bestimmte Medikamente hinzu, kann es jedoch durchaus zu einer Übersäuerung im Magen und Folgen wie Sodbrennen kommen. Wenn Du nicht zu viele Tassen Kaffee am Tag trinkst, ist der Kaffeegenuss für einen gesunden Magen kein Problem. Ein Glas Wasser zum Kaffee kann einer Übersäuerung zusätzlich entgegenwirken.

Was sind mögliche Folgen eines gestörten Säure-Basen-Haushalts?

Neben den oben genannten Symptomen eines unausgeglichenen Säure-Basen-Haushalts, kann eine Übersäuerung langfristig zahlreiche schwerwiegende Folgen haben. Jede Übersäuerung wirkt sich auf das Herz und die Blutgefäße aus – die Herzleistung sinkt und die Gefäße in den Armen und Beinen weiten sich aus. Niedriger Blutdruck, Herzrhythmusstörungen oder schwere Bewusstlosigkeit können mögliche Folgen sein.

Mit diesen Schritten  bringst Du Deinen Säure-Basen-Haushalt in Form

Viele Faktoren beeinflussen unseren Säure-Basen-Haushalt. Wie bereits erwähnt, können Alkohol, Nikotin und eine ungesunde, unausgewogene Ernährung zu einer Übersäuerung des Körpers führen. Aber auch unsere Lebensgewohnheiten – wenig Bewegung, viel Stress, wenig Schlaf – wirken sich auf den Säure-Basen-Haushalt aus. Hier erfährst Du, mit welchen Maßnahmen Du einer Übersäuerung vorbeugen kannst.

Die richtige Ernährung für einen gesunden Säure-Basen-Haushalt

Nahrungsmittel können in die Kategorien basisch und basenbildend sowie sauer bzw. säurebildend unterteilt werden. Die Unterteilung bezieht sich darauf, wie die Lebensmittel im Körper wirken und welche Substanzen bei ihrer Verstoffwechselung entstehen. Dabei gelten basische Nahrungsmittel als die Grundlage einer gesunden Ernährung, da sie dem Körper helfen, das Säure-Basen-Verhältnis auszubalancieren. Sie liefern dem Körper basische Mineralstoffe und aktivieren die körpereigene Basenbildung.
Ein Irrglaube ist, dass man am Geschmack eines Lebensmittels feststellen kann, ob es „sauer“ ist. Bestes Beispiel hierfür ist die Zitrone: Zwar schmeckt sie durchaus sauer, ist aber basisch. Bei der Verstoffwechselung wird Zitrone alkalisch und tut dem Körper gut. Führen wir unserem Körper Lebensmittel der Kategorie „sauer“ zu, entstehen Säuren, die eine schädliche Auswirkung auf unseren Organismus haben können.

Was sollte ich unbedingt zu mir nehmen? – Lebensmittel die den Säure-Basen-Haushalt unterstützen

Basische Nahrungsmittel zeichnen sich durch einen hohen Mineralstoff-, Kalium-, und Magnesiumgehalt aus. Achte darauf, dass deine Mahlzeiten ausgewogen sind und folgende Nährstoffe enthalten:

  • Zink
  • Natrium
  • Apfelessig
  • Kalium
  • Magnesium

Nüsse, Hülsenfrüchte, Hirse, Bio-Getreide, hochwertige Öle, Obst, Gemüse, Pilze und Kräuter sollten deshalb ganz oben auf Deinem Speiseplan stehen.

Was sollte ich nicht mehr zu mir nehmen? – Lebensmittel die dem Säure-Basen-Haushalt schaden

Stark verarbeitete Produkte der Lebensmittelindustrie wie Fertiggerichte und -getränke, viele Milchprodukte und Getreideprodukte wie Back- und Teigwaren, Nudeln oder Cornflakes zählen zu den Nahrungsmitteln, die vom Körper nur schwer verstoffwechselt werden können. Zu dieser Gruppe zählen auch:

  • zuckerhaltige Produkte
  • Süßungsmittel wie Dicksäfte
  • Alkohol
  • Koffein
  • hoher Fleischkonsum
  • Essig
  • glutenhaltige Produkte
  • Senf
  • Sojaprodukte
  • kohlensäurehaltige Getränke
  • Tee (schwarz, Früchtetee, Eistee)

Weitere Informationen zu basischer Ernährung und über basische Lebensmittel, inklusive einer Übersicht, welche Nahrungsmittel basisch und welche sauer sind, findest du bei VELUVIA.

Darmbehandlung – Darmsanierung durch ballaststoffreiche Kost und Probiotika

In unserem Darm leben Billionen von Bakterien. Diese Mikroorganismen bilden die natürliche Darmflora, die auch als Mikrobiom bezeichnet wird. Eine gesunde Darmflora sorgt für eine gut funktionierende Verdauung und ein starkes Immunsystem. Die Darmbakterien helfen bei der Verwertung von Nahrungsbestandteilen und verhindern gleichzeitig, dass sich Krankheitserreger im Darm ausbreiten können. Zudem regt die Darmflora die Darmbewegungen und die Produktion von Vitamin K an – ein Vitamin, das für die Blutgerinnung von hoher Bedeutung ist.

Die Auswirkung von ballaststoffreicher Kost auf den Darm

Ballaststoffe sind vielseitige Helferlein bei unserem Verdauungsprozess: Als Quellstoffe binden sie Wasser und regen die Darmbewegung an. Im Dickdarm senken sie den pH-Wert und dienen der Darmschleimhaut als wichtige Nährstoffe. Durch die positive Wirkung von Ballaststoffen entsteht eine ausgewogene, gesunde Darmflora. Diese wiederum wirkt sich sowohl positiv auf das Immunsystem, als auch auf den Stoffwechsel aus.

Wieso wirkt sich ballaststoffreiche Kost positiv auf den Säure-Basen-Haushalt aus?

Der Darm gibt große Mengen Fettsäuren in unser Blut ab. Diese beeinflussen unter anderem die Blutgerinnung und sorgen für eine Verzögerung des Blutzuckeranstiegs nach der Nahrungsaufnahme. Aber auch der Säure-Basen-Haushalt wird auf diese Weise beeinflusst: Gelangen durch die Aufnahme von Ballaststoffe über unsere Ernährung ausreichend Fettsäuren ins Blut, wird das Verhältnis von Säuren und Basen ausgeglichen und der pH-Wert des Blutes kann auf einem konstanten Level gehalten werden.

Was sind Probiotika und wie wirken sie?

Als Probiotika werden die Bakterien bezeichnet, die die Verdauung unterstützen und die Nährstoffaufnahme ermöglichen. Zudem produzieren diese Bakterien Milchsäure und verhindern so die Vermehrung von krankheitserregenden Keimen im Darm. Probiotika sind also für das saure Milieu im Darm verantwortlich.
Damit Probiotika aber diese Aufgabe erfüllen kann, benötigen sie Nahrung – die erhalten sie über so genannten Präbiotika. Hierbei handelt es sich um Ballaststoffe, die für den Körper unverdaulich sind. Werden Probiotika nicht ausreichend mit Präbiotika versorgt, kann es zu einem Ungleichgewicht kommen, das Verdauungsprobleme, Darmerkrankungen und andere Krankheiten zur Folge haben kann. Aus diesem Grund ist es wichtig, bei der Ernährung auf eine ausreichende Zufuhr an ballaststoffreichen Nahrungsmitteln zu achten. Hierzu zählen unter anderem:

  • Artischocken
  • Bananen
  • Hülsenfrüchte
  • Knoblauch
  • Pastinaken
  • Porree
  • Spargel
  • Weizenkleie
  • Zwiebeln

Basisch baden zur Unterstützung des Säure-Basen-Haushalt

Das Basenbad erlebt in letzter Zeit einen wahren Boom: Dank zahlreicher verschiedener Anwendungsgebiete ist es bei jung und alt beliebt. Für ein Basenbad wird basisches, mineralstoffhaltiges Basensalz verwendet, das den pH-Wert des Badewassers auf 8,5 und 9 ansteigen lässt. Die Haut als größtes Ausscheidungsorgan des menschlichen Körpers wird durch das Basenbad aktiviert. Saure Gifte, die sich auf der Haut befinden, stehen nun im Gegensatz zum basischen Badewasser.
Der so genannte osmotische Druck kann auf diese Weise wirken und das basische Wasser „saugt“ die Giftstoffe von der Oberfläche der Haut ab. Das saure Milieu der Haut wird neutralisiert, die Haut selbst gereinigt und angeregt. Dies bewirkt, dass die Haut weitere Giftstoffe ausscheiden kann. Dieser Prozess wird so lange durchgeführt, bis keine Giftstoffe mehr vorhanden sind und der Säure-Basen-Haushalt wieder ausgeglichen wird.
Neben diesen chemischen Prozessen, die für das menschliche Auge nicht sichtbar sind, hat ein Basenbad weitere Vorteile: Eine im basischen Bad durchgeführte Massage regt das Bindegewebe an und sorgt für eine bessere Durchblutung. Nach dem Basenbad fühlt sich die Haut direkt straffer und frischer an. Hinzu kommt die entspannende Wirkung des Bades, die den Säure-Basen-Haushalt zusätzlich positiv beeinflusst.
Und das Beste am basisch baden: Hierfür ist kein Gang in den teuren Schönheitssalon nötig, das Bad kann ganz bequem in der eigenen Badewanne daheim genossen werden.

Ausreichend Schlaf und Entspannung für den Körper und dem Säure-Basen-Haushalt

Eine gesunde Ernährung ist ein wichtiger Faktor in Bezug auf einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt, eine gesunde Lebensweise ein weiterer. Stress – sowohl psychisch als auch Physisch –, Trauer und andere emotionale Belastungen wirken sich negativ auf unseren Organismus aus. Wer ständig angespannt ist und nicht zur Ruhe kommt, schadet nicht nur seinem geistigen, sondern auch seinem körperlichen Wohlbefinden. Abgeschlagenheit, Müdigkeit und eine verminderte Konzentration sind nur einige Folgen. Stressgeplagte Menschen neigen dazu, zu übersäuern. Ausreichend Schlaf und Entspannungstechniken wie Meditation und Yoga helfen dabei, den Säure-Basen-Haushalt wieder auszugleichen.

Ausdauersport an der frischen Luft – Intensives Atmen für einen besseren Säure-Basen-Haushalt

Wie bereits oben beschrieben, ist unsere Atmung direkt mit dem Säure-Basen-Haushalt verknüpft: CO2 wird als Stoffwechselprodukt über unsere Lungen ausgeschieden. Dieser Vorgang trägt zum Gleichgewicht des Säure-Basen-Haushaltes bei. Beim Ausdauersport wird die Leistungsfähigkeit unserer Lungen gesteigert, unsere Atmung intensiviert. Dies führt dazu, dass Stoffwechselprozesse angeregt und Giftstoffe effektiver ausgestoßen werden können. Regelmäßiger Sport an der frischen Luft ist für den Körper also ein zusätzlicher Schutz vor Übersäuerung.

Kann man den Säure-Basen-Haushalt auch anderweitig kontrollieren?

Neben ausreichend Bewegung und einer ausgewogenen, hauptsächlich basischen Ernährung, gibt es noch andere Möglichkeiten, den Säure-Basen-Haushalt zu beeinflussen. Allerdings sollten Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente immer als ergänzende und nicht ersetzende Methode betrachtet werden.

Kann man den  Säure-Basen-Haushalt mit Natron regulieren?

Natron ist als wirksames Mittel gegen Sodbrennen bekannt. Bereits die alten Römer verwendeten es, um das unangenehme Brennen im Magen zu heilen. Doch hilft Natron auch gegen eine Übersäuerung des Säure-Basen-Haushaltes? Denn eine Übersäuerung des Blutes und eine Übersäuerung des Magens sind zwei grundlegend verschiedene Krankheitsbilder.
Natron hat einen basischen Charakter und wird sowohl über die Nahrung aufgenommen, als auch vom Körper selbst hergestellt. Bei Bedarf kann der Körper den Stoff zurückhalten und ein Ungleichgewicht des Säure-Basen-Haushaltes auf diese Weise selbstständig ausgleichen. Bei einem Ausfall oder einer Überlastung dieses Regulationsvorgangs scheint es naheliegend, zusätzliches Natron zu Neutralisierung der Säure einzusetzen. Wird jedoch zu viel Natron eingenommen, kann es zu einer Alkalose des Körpers, also einer Untersäuerung kommen. Dies kann zu Bluthochdruck und einer Überwässerung des Körpers führen.
Liegt eine akute Übersäuerung des Blutes, also eine Azidose vor, wird diese in der Regel nicht mit der Einnahme von Natron gelindert, sondern an der Ursache behandelt. Dies sollte immer unter ärztlicher Aufsicht geschehen!

Kann man den Säure-Basen-Haushalt durch eine Kur regulieren?

Eine Basenkur beinhaltet basischen Tee und basisches Baden zur Entsäuerung sowie die Zufuhr von Mineralstoffen zur Remineralisierung des Körpers. Die Kur sollte über einen Zeitraum von drei Monaten durchgeführt werden, um eine ausreichende Entsäuerung zu erreichen – dieser Vorgang benötigt Zeit und kann nicht innerhalb weniger Tage ausgeglichen werden.
Zunächst gilt es, die abgelagerten Säuren zu lösen und auszuscheiden. Erst wenn das Bindegewebe von Säure befreit ist, können Giftstoffe abtransportiert werden. Basische Kräutertees eignen sich ideal zur Säurelösung. Täglich 1 Liter des Tees über den Tag verteilt, hilft bei der Entsäuerung.
Während der Basenkur sollte auf eine basenreiche Ernährung und eine ausreichende Zufuhr an Mineralien wie Kalzium, Magnesium, Natrium und Phosphor geachtet werden. So wird der Körper beim Ausgleich des Säure-Basen-Haushalts und der Remineralisierung unterstützt.
Um die bei der Basenkur gelösten Säuren auszuscheiden, wird zudem empfohlen

  • viel zu trinken, um die Nieren zu entlasten. Neben 1 Liter Basentee, sollten zusätzlich 2,5 Liter Wasser getrunken werden.
  • viel ballaststoffreiche Lebensmittel zu essen, um eine schnelle Verdauung zu erreichen. Hierzu zählen vor allem Salat, Obst und Gemüse.
  • zwei Mal in der Woche ein basisches Bad sowie zwei basische Fußbäder zu nehmen.

Ist kohlensäurehaltiges Wasser schlecht für den Säure-Basen-Haushalt?

Zwar weist Kohlensäure mit einem pH-Wert von vier eine schwache Säure auf, doch bestehen Getränke, die mit Kohlensäure versetzt sind, aus kaum echter Kohlensäure – so liegt der pH-Wert von Sprudelwasser beispielsweise bei sechs und ist demnach beinahe neutral. Mit Kohlensäure versetztes Wasser trägt also nicht zu einer Übersäuerung des Körpers bei und kann auch von Menschen mit einem übersäuerten Magen bedenkenlos getrunken werden.

Diät durch einen gesunden Säuren-Basen-Haushalt – Kann ich mit einem gesunden Säure-Basen-Haushalt abnehmen?

Diese Frage kann ganz klar mit „Ja!“ beantwortet werden. Ein Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt verlangsamt den Stoffwechsel und bremst den Fettabbau. Die Säuren blockieren die Nährstoffversorgung der Zellen und auch Kohlenhydrate können nicht mehr abgebaut werden. Lagern sich Fett und Kohlenhydrate im Körper ein, kann es vorkommen, dass man plötzlich zunimmt, statt abzunehmen – auch, wenn man gerade eine Diät macht und sich bewusst gesünder zu ernähren versucht. Hinzu kommt, dass eine Übersäuerung das Hungergefühl stimuliert – die Folge sind Heißhungerattacken, da die Aufnahme von Vitalstoffen verlangsamt oder gänzlich blockiert wird. Ein ausgewogener Säure-Basen-Haushalt schützt demnach vor Übergewicht und erleichtert das Abnehmen.
Bei einer Säure-Basen-Diät stehen Alkohol, Nikotin und Kaffee auf der schwarzen Liste – auf diese Genussmittel soll ausdrücklich verzichtet werden, da sie den Säure-Basen-Haushalt aus dem Gleichgewicht bringen. Zudem steht bei der Diät ein Verhältnis von 70 bis 80 % basischer und 20 bis 30 % säurebildender Lebensmittel auf dem Speiseplan. Auf diese Weise kann der Stoffwechsel ausbalanciert werden.

Was sind die Vorteile einer Diät durch einen gesunden Säure-Basen-Haushalt?

Der größte Vorteil dieser Diät kommt vor allem Genießern zugute: Das lästige Kalorienzählen fällt bei der Säure-Basen-Diät weg! Denn nicht die Anzahl der verspeisten Kalorien, sondern die strikte Einhaltung der Einteilung in basische und säurebildende Lebensmittel.
Eine Diät, bei der der Fokus auf die Regulierung des Säure-Basen-Haushaltes gelegt wird, kommt nicht nur dem Gewicht zugute, auch die Funktionen wichtiger Organe (Lunge, Nieren) und der Zustand der Haut profitieren von der Entsäuerung. Da eine basische Ernährung viel Obst und Gemüse einbezieht, wird der Körper gleichzeitig mit wertvollen Vitaminen versorgt.
So wird der Körper bei einer ausgewogenen basischen Lebensweise mit allen wichtigen Vitalstoffen versorgt, der Stoffwechsel wird aktiviert und Fette und Kohlenhydrate können besser verbrannt werden.

Was sind die Nachteile einer Diät durch einen gesunden Säure-Basen-Haushalt?

Wie immer reizt natürlich genau das am meisten, was man gerade nicht essen darf – so kommt es nicht selten vor, dass das Verbot bestimmter Nahrungsmittel Gelüste und Heißhungerattacken auslöst und man in alte Essgewohnheiten zurückfällt.
Ein weiterer Nachteil der Säure-Basen-Diät ist, dass möglicherweise zu wenig Nährstoffe wie Eisen oder Kalzium aufgenommen werden. Denn diese befinden sich vor allem in säurebildenden Lebensmitteln.

Diät erfolgreich bestanden – Was ist nach einer Diät durch einen gesunden Säure-Basen-Haushalt zu beachten?

Ist das Wunschgewicht erreicht, sollte trotz allem nicht sofort wieder zu Teig- und Backwaren, Süßem, Softdrinks und übermäßig vielen tierischen Proteinen gegriffen werden – eine Übersäuerung und eine schnelle Zunahme sind ansonsten garantiert! Stehen weiterhin basische Lebensmittel und Sport an der Tagesordnung, können das Gewicht und das körperliche Wohlbefinden langfristig gehalten werden.

Kann man den Säure-Basen-Haushalt durch Medizin regulieren?

Mit welchen medizinischen Mitteln kann ich meinen Säure-Basen-Haushalt regulieren?

Es gibt eine ganze Reihe an Basenpulvern die versprechen einer Übersäuerung des Körpers entgegenzuwirken, indem sie überschüssige Säuren neutralisieren. Sofern die Basenpulver aus natürlichen Zutaten bestehen, können sie tatsächlich kurzfristig einen deutlichen positiven Effekt auf das Wohlbefinden haben und sinnvoll sein, um überschüssigen Säuren entgegenzuwirken.

Was sind die Vor- und Nachteile einer Regulierung seines Säure-Basen-Haushaltes durch Medizin

Das Problem der Übersäuerung besteht allerdings weiterhin und muss ursächlich behandelt werden. Um eine Basenkur oder eine Ernährungsumstellung kommt man trotz Basenpulver nicht herum – sie stellen lediglich eine Ergänzung dar.

Kann ich meinen Säuren-Basen-Haushalt durch Tabletten regulieren?

Basenpulver wird auch in Tablettenform angeboten. Hier ist ebenso zu beachten, dass das Basenpulver nur zusätzlich helfen kann, den Körper zu entsäuern.

Basentee – Den Säure-Basen-Haushalt durch Tee regulieren?

Bestimmte Pflanzen und Kräuter wie Zimt, Süßholzwurzel, Ingwer oder Fenchel können beim Entschlacken und Entgiften des Körpers helfen. So ist Basentee eine gute Ergänzung zur Basenkur oder einer Basen-Diät.

In welchen Fällen sollte ich meinen Säure-Basen-Haushalt nicht durch medizinische Mittel regulieren

Die Zufuhr von Nahrungsergänzungsmitteln sollte immer erst nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen. Werden basische Produkte im Übermaß eingenommen, kann die Übersäuerung schnell ins Gegenteil umschwenken und es kann zu einer Untersäuerung (Alkalose) kommen.