Megatrend Yoga – Yoga Arten im Überblick

Kobra, herabschauender Hund, Adler, Berg, Blitz und Baum – die deutschen Bezeichnungen der Posen für den Megatrend Yoga mögen unterhaltsam anmuten. Die Positionen selbst haben es aber in sich, auch wenn sie von außen betrachtet eher ruhig und entspannt wirken, eben nicht so richtig sportlich aussehen.

Dennoch hat es Yoga zum Megatrend geschafft, entwickelt sich weiter und erfreut sich größter Beliebtheit. Warum? Das erfährst Du hier ebenso wie:

  • Was Yoga eigentlich ist,
  • worin die Unterschiede zwischen Yoga und Pilates liegen,
  • welche Rolle Entspannung und Achtsamkeit spielen,
  • warum Yoga Dir dabei helfen kann, die Herausforderungen des modernen Lebens zu bewältigen,
  • wo Yoga seinen Anfang hat
  • und natürlich, ob es die geeignete Sportart für Dich ist.

Richtig gelesen: Eine uralte Tradition wie Yoga soll Dir dabei helfen können, mit dem Termindruck, der ständigen Erreichbarkeit und sämtlichen weiteren Anforderungen der heutigen Zeit besser zurechtzukommen. Dieser weit verbreiteten Meinung wollte VELUVIA natürlich auf den Grund gehen.

Aber zuerst gibt es einen kleinen Ausflug in die Bedeutung und Geschichte – schließlich wollen wir Dich ja rundum informieren.

Yoga: Was ist das eigentlich?

Wenn Du Dich noch nicht eingehender mit dem Megatrend Yoga beschäftigt und es auch noch nie selbst ausprobiert hast, lautet Deine Definition vielleicht in etwa so:

Menschen turnen langsam vor sich hin und begeben sich dabei in teils merkwürdig verrenkte Posen. Irgendwann am Ende wird der Schneidersitz eingenommen und mit tiefer Stimme „Oooommm“ vor sich hingesummt.

Aber Yoga ist viel mehr. Bereits der Begriff „Yoga“ kann durch seine verschiedenen Bedeutungen eine Ahnung davon geben, welchen Stellenwert dieser philosophischen Lehre aus Indien zugerechnet wird. So steht Yoga für Integration, das Anspannen und Anschirren sowie die Vereinigung. Zudem ist es in der traditionellen Form nicht einfach ein Sport, sondern dient der Verbindung von Körper und Seele und dem Streben nach Selbsterkenntnis.1

Im eigentlichen Sinne besteht Yoga also nicht aus ein paar mehr oder minder einfachen Übungen und ist auch nicht einfach ein entspannender Trendsport. Es ist eine Lebensphilosophie.

Keine Angst, Du musst Dich nicht direkt in ein indisches Ashram begeben, um von den Vorteilen profitieren zu können. Auch „nur“ als Sportart betrieben hat Yoga bereits einiges zu bieten. 2, 3

Yoga oder Pilates – Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Yoga und Pilates ähneln sich äußerlich sehr stark und weisen tatsächlich einige Gemeinsamkeiten auf:

  • Einsatz des Körpergewichts
  • Dehnungen, Streckungen und Arbeiten mit Widerstand
  • Erhöhung der Muskelkraft und Beweglichkeit
  • Positiver Einfluss auf die Haltung (das ist besonders wichtig für Menschen mit Rückenproblemen und alle, die im Sitzen arbeiten)
  • Verbesserte Körperwahrnehmung
  • Fokus auf Atmung, Körperspannung und Körperhaltung

Diese Unterschiede kommen nicht von ungefähr. Pilates basiert lose auf Yoga, legt aber einen großen Fokus auf das „Powerhouse“, also die Muskulatur zwischen Rippen und Schambein. Die meisten von uns würden das wahrscheinlich einfach als Bauch bezeichnen. Unter dem Begriff Powerhouse werden aber auch die Beckenbodenmuskulatur und alle tieferliegenden Muskelschichten zusammengefasst.

Die Basis für Pilates und Powerhouse von Hubertus Joseph Pilates wurde zu Zeiten des Ersten Weltkriegs in einem britischen Internierungslager gelegt. In diesem landete der Deutsche aufgrund seiner Nationalität und entwickelte hier Übungen für sich selbst und Mitgefangene. Die Pilates Geschichte ist also deutlich kürzer als die des Yoga. 4, 5,
6

Beim Yoga findest Du neben einer Entwicklung, die bis auf das 6. Jahrhundert vor Christus zurückgeht, auch gleich mehrere Grundpfeiler und eine ganzheitliche Philosophie. Atmung, Ernährung, Meditation, Entspannung und die richtigen Körperstellungen bilden die fünf Stützen. Hinzu kommen noch Respekt vor jedem Leben und der Glaube, dass alles eins ist. Die Geschichte und alles damit Verbundene ist also deutlich (umfang-)reicher.        

Das heißt nicht, dass Du erst einmal zig Bücher zum Thema lesen und jeden Tag meditieren musst. Du hast aber die Möglichkeit, Dich mit den verschiedenen Facetten zu befassen, wenn Du erst einmal Feuer und Flamme für den Megatrend Yoga bist. Und das geht schneller, als Du jetzt noch denken magst.

Yoga: Die Geschichte einer indischen Philosophie

Die Geschichte des Yoga ist nicht so eindeutig und unumstritten, wie es bei einer derartig alten und weltweit bekannten Tradition eigentlich zu erwarten wäre. Allerdings ist das in der Geschichte ja häufig der Fall.

Aber kommen wir lieber vom Philosophieren über die Historie zur Historie dieser Philosophie. Und damit Du Dich dabei nicht langweilst, gibt es das Ganze in Kurzfassung: 7, 8, 9

  • Etwa 2000 v. Chr. wird das Wort Yoga in Rig Veda, dem ältesten heiligen Text Indiens, erstmals erwähnt
  • Es folgen die vier Hauptperioden der Yoga-Geschichte, unterteilt in die prä-klassische, die klassische, die post-klassische und die moderne Periode
  • Einflüsse des Hinduismus, des Buddhismus und sogar der Sufi tragen unter anderem dazu bei, zahlreiche verschiedene Yoga-Richtungen entstehen zu lassen
  • Die Yoga-Lehre bleibt etwa bis zum 20. Jahrhundert vorrangig auf den indischen Raum beschränkt
  • Im 20. Jahrhundert kommt es zu einer Art Renaissance, zur Ausbreitung der Übungen und der Philosophie dahinter
  • Die Forschung beginnt sich mit Yoga und den gesundheitlichen Effekten der Übungen zu beschäftigen  
  • Yoga mausert sich zum Megatrend und gewinnt an Vielseitigkeit und Spielarten – vom Ananda Yoga über Bier-Yoga bis hin zum Ziegenyoga

Ursprünge von Yoga – Wer hat es erfunden?

Die Frage nach dem Erfinder des Yoga ist in etwa so einfach zu beantworten wie die Frage nach dem Erfinder der Religion. Klar ist, dass der Ursprung in Indien liegt. Die Vorläufer des Yoga gehen über mehrere Jahrtausende zurück und haben sich durch Einflüsse von Philosophien und Religion stetig weiterentwickelt. 10, 11

Hieraus entstanden drei Traditionslinien, das:

  • religiöse Yoga
  • klassisch-philosophische Yoga
  • Hatha-Yoga

Die Geschichte des religiösen Yoga beginnt etwa im 6. Jahrhundert v. Chr., die klassisch-philosophische Linie kristallisiert sich zwischen dem zweiten Jahrhundert vor und dem zweiten Jahrhundert nach Christus heraus. Hatha-Yoga kommt erst im 9. Jahrhundert n. Chr. hinzu.  

Seit wann kennen wir den Megatrend Yoga in Deutschland?

Yoga ist nicht erst gestern zum Megatrend in Deutschland geworden, das wissen wir natürlich alle. Dennoch dürfte es überraschend sein, wie weit die deutsche Yoga Geschichte zurückreicht.

1921 gründet Sri Boris Sacharow in Berlin die Erste Deutsche Yoga-Schule und war ganz nebenbei noch der Begründer des abendländischen Hatha-Yoga. Yoga in Deutschland existiert also fast seit 100 Jahren und ist damit alles andere als ein vorübergehender Trend. Damals wurde Yoga übrigens heimlich und im Verborgenen geübt. 12 Und das nicht ohne Grund, denn Yoga wirkt auf viele befremdlich oder gar bedrohlich.

In den 1960er Jahren beginnen die evangelischen und katholischen Kirchen sogar damit, vor der „Infiltration“ durch hinduistisches Gedankengut zu warnen. 13

Bis sich Yoga in Deutschland durchsetzen und zum Trend- oder gar Volkssport werden konnte, war es also ein langer und holpriger Weg.   

Philosophie von Yoga

Die Verbindung von Körper und Geist, Selbsterkennung und Achtsamkeit sowie die Verbindung zu Gott sind zentrale Themen der Yoga Philosophie. Um diese jeweiligen Ziele zu erreichen, sollst Du laut Yoga Lehre einen achtgliedrigen Pfad beschreiten. Bei den einzelnen Stufen handelt es sich um: 14

1. Yama – Deine Haltung und Dein Verhalten gegenüber der Umgebung
2. Niyama – Deine Haltung Dir selbst gegenüber
3. Asana – das, was wir als Yoga kennen – die Körperübungen
4. Pranayama – Atemübungen
5. Pratyahara – Das Nach-Innen-Ziehen beziehungsweise bewusste Besinnen auf die Sinne
6. Dharana – Konzentration
7. Dhyana – Meditation
8. Samadhi – Vollkommene Erkenntnis und Erleuchtung

Um von den körperlichen und gesundheitlichen Aspekten des Yoga zu profitieren, musst Du Dich allerdings nicht auf diesen Pfad begeben. Die Entschleunigung und die Bewegung bei den körperlichen Übungen funktionieren auch ohne die spirituelle Ausrichtung.   

Traditionelles vs. modernes Yoga

Hatha-Yoga gilt als Basis für alle modernen Yoga Arten. Der Schwerpunkt liegt hier auf dem Erreichen einer Balance zwischen Körper und Geist durch Atmung, Bewegung und in geringerem Maße durch Meditation. Der spirituelle Aspekt ist also zwar noch gegeben – jedoch in deutlich geringerem Ausmaß. Bei den meisten modernen Yoga Formen ist Erleuchtung kein Ziel mehr. Viel eher sollen körperliche Fitness und ein Ausgleich erreicht werden. In manchen Fällen sollen die Yoga Übungen auch einfach nur Spaß machen und nebenbei einen Effekt auf die Muskulatur haben.

Anders bei den traditionellen Yoga Arten. Die körperlichen Übungen sind hier lediglich einer der nötigen Schritte zur Selbsterkenntnis.

Wenn Du erst einmal reinschnuppern und die physische Seite des Yoga kennenlernen möchtest, Yoga zum Abnehmen oder der Stärkung Deines Körpers verwenden willst – ab zum modernen Yoga. Hier wird Dir eine große Bandbreite verschiedener Varianten geboten, so dass Du nach Lust, Laune und Neigung auswählen kannst. Willst Du damit hingegen Deinen Geist ansprechen, sind traditionelle Yoga Arten die bessere Wahl.

Warum Du Dich überhaupt in Yoga Pants werfen und auf die Yogamatte begeben solltest, verraten wir Dir jetzt.

Megatrend Yoga – Finde heraus, ob Yoga das Richtige für Dich ist

Wenn Du Dich fragst, ob Yoga die passende Sportart für Dich ist, wirf doch einfach einmal einen Blick auf die folgenden Punkte. Denn Yoga: 15, 16, 17,
18

  • ist zeitlich unabhängig
  • wirkt gesundheitsförderlich
  • hilft gegen Stress
  • kann das Abnehmen unterstützen
  • soll bei Depressionen einen positiven Effekt haben
  • kann allein, zu zweit oder in der Gruppe praktiziert werden
  • ist kostengünstig
  • ist vielseitig
  • und eignet sich für Menschen jeden Alters.

Du bist noch nicht überzeugt oder meinst, Yoga sei nichts für Dich, weil Du so unbeweglich bist? Ohne es auszuprobieren wirst Du natürlich nicht herausfinden, ob Dir Sonnengruß, Heuschrecke, Kerze und Co. liegen. Und zum zweiten Teil der Frage: Yoga aufgrund Deiner vermeintlichen Unbeweglichkeit nicht praktizieren zu wollen, ist in etwa so logisch, wie keinen Sport zu betreiben, weil Du so unsportlich bist.

Yoga zu jeder Zeit und überall

Wir empfehlen Dir, Yoga in einem Kurs bei einem erfahrenen Trainer zu lernen. Hierdurch lernst Du die richtigen Bewegungen und Haltungen sowie die Atmung. Nach der anfänglichen Anleitung kannst Du Yoga aber zu jeder Zeit und überall ausüben – Du bist ungebunden. Hotelzimmer oder Strand, Du benötigst weder ein Studio noch umfassendes Zubehör oder einen festen Platz.

Perfekt für den Weltenbummler von heute.

Yoga und Gesundheit

Langes Sitzen, schlechte Haltung, allgemeiner Bewegungsmangel – wir wissen wohl alle, dass fehlende körperliche Aktivität ungesund ist. Aber das Sitzen ist nun einmal ein großer Bestandteil des modernen Lebens und am Schreibtisch zu joggen eher unpraktikabel. Der Megatrend Yoga bietet Dir hierfür einen Ausgleich, der sich für jedes Alter und Fitnesslevel eignet und nicht viel Zeit in Anspruch nimmt, um Wirkung zu zeigen.15, 16, 17

Dazu kann Yoga – richtig durchgeführt – vor allem für eine verbesserte Haltung sorgen und sich dadurch positiv auf Deinen Rücken auswirken. Wenn Du unter Rückenschmerzen leidest – ab auf die Yogamatte! 19

Vor allem bei bereits bestehenden Beschwerden solltest Du im Vorfeld jedoch unbedingt einen Arzt und einen Yogalehrer konsultieren. Falsch ausgeführt bergen die Übungen ein Verletzungsrisiko.

Vom Bewegungsapparat abgesehen, wirkt sich Yoga auch auf den Rest der Gesundheit positiv aus. Negativer Stress, sogenannter Distress, Blutdruck, Widerstandskraft und Stoffwechsel sollen davon ebenso profitieren können, wie die mentale Gesundheit. 17

Yoga gegen Stress

Anhaltender oder häufiger Stress ist nicht nur unangenehm und belastend, er stört auch den Schlaf und ist abträglich für die Gesundheit. Yoga kann hier Abhilfe schaffen. Das wurde sogar schon in einigen Studien aufgezeigt. 17

Zudem ist sind Yoga Übungen ideal, wenn es Dir ansonsten schwerfällt, gedanklich abzuschalten. Da Du Dich auf Atmung, Haltung und Bewegungen konzentrieren musst, können sich Deine Gedanken ganz automatisch nicht mehr mit den Problemen des Alltags beschäftigen. Joggen und Grübeln schaffst Du vielleicht noch. Aber beim Sonnengruß Spannung und Balance halten, während im Kopf Stress, Termine und Aufgaben kreisen – dafür brauchst Du jede Menge Übung. Und sobald Du diese hast, bist Du ohnehin weniger gestresst.

Abnehmen mit Yoga – Gewichtsreduktion der etwas anderen Art

Wir kennen es alle: Der Plan zum Abnehmen liegt parat, die ersten Tage hast Du bereits hinter Dir und dann passiert es – ein abwertender Kommentar, Stress oder einen willensschwachen Moment lang nicht aufgepasst und schon langst Du wieder beim „falschen“ Essen zu. Und wenn die Diät jetzt schon einmal gebrochen ist, kannst Du Sie eigentlich auch direkt über Board werfen.

Hier kann Dir Yoga helfen. Aber nicht, weil Du dabei unendlich viele Kalorien verbrennst. Bei sehr intensiven Übungen, täglichem Training und Power Yoga trägst Du zwar durchaus sehr direkt zur Fettverbrennung bei, das ist aber nicht der Hauptgrund dafür, dass Yoga das Abnehmen unterstützt. Stattdessen zeigen sich dafür laut einer US-amerikanischen Studie eher unerwartete Faktoren verantwortlich: 20

  • Yoga reduziert Stress: Das wusstest Du natürlich bereits, aber wusstest Du auch, dass Stress im Zusammenhang mit Übergewicht stehen kann? Zum einen, weil vermehrt zu hochkalorischen Lebensmitteln gegriffen wird. Zum anderen, weil sich Stress auf den Stoffwechsel auswirkt. Anstatt Dich mit Diäten zu stressen, solltest Du also vielleicht lieber einmal zum Yoga gehen.
  • Yoga hat einen positiven Effekt auf das Selbstwertgefühl: Zumindest gaben das Teilnehmer der Studie an. Zudem scheint es in der Yoga Community ein hohes Maß an Empathie, Verständnis und Respekt zu geben. Hinzu kommt noch, dass sich auch das Körpergefühl verbessert.

Yoga erhöht die Willenskraft und erleichtert gesunde Entscheidungen: Manchmal hast Du gar kein Problem damit, die Schokolade links liegen zu lassen – manchmal ist die ganze Tafel trotz bester Vorsätze in wenigen Minuten weg. Der Unterschied liegt zumindest zum Teil in der Willenskraft. Diese verbraucht sich über den Tag beziehungsweise durch Herausforderungen und ist unter anderem abhängig von Deinem Blutzuckerspiegel.

Steigt dieser gerade an, ist die Selbstkontrolle höher. Fällt er hingegen ab, werden Stresshormone ausgeschüttet, die Willenskraft leidet und Dein Körper verlangt nach hochkalorischen Lebensmitteln.21, 22, 23 Dummerweise fällt der Blutzuckerspiegel nach zuckerreichen Speisen wieder rapide ab. Du kannst Dich also gewissermaßen in einen Teufelskreis essen. Yoga kann Dir dabei helfen, gesündere Entscheidungen zu treffen und hierdurch aus dieser Negativspirale auszubrechen. Wiederum, weil es die Auswirkungen von Stress reduziert und den Stoffwechsel beeinträchtigt. Aber auch, weil es zu einer insgesamt gesünderen Einstellung zu verhelfen scheint.

Yoga gegen Depression

Bereits seit den 1970er Jahren werden Entspannungstechniken, Meditation und Achtsamkeit zur unterstützenden Behandlung bei Depression, innerer Unruhe und Angstzuständen eingesetzt. Die Wirkung von Yoga bei Depression wurde bereits mehrfach in Studien untersucht und zeigte hier großes Potential.
Die Teilnehmer an diesen Untersuchungen praktizierten über mehrere Wochen hinweg Yoga und verspürten in der Folge eine Besserung Ihres Zustands sowie eine erhöhte Lebensqualität. 17,
18, 24

Da eine hohe und andauernde Stressbelastung das Risiko für Depressionen steigern kann, eignet sich die stressreduzierende Wirkung des Yoga auch zur Vorbeugung. 25 Besonders ratsam ist Yoga also für Dich, wenn Du unter starkem Stress leidest oder zu depressiven Verstimmungen, innerer Unruhe und Angstzuständen neigst. Extra-Hinweis: Neben der Bewegung schien auch das bewusste Atmen eine wichtige Rolle zur Linderung von Depressionen zu spielen.

Yoga und seine soziale Komponente – Allein, zu zweit, als Gruppe

Das Schöne an dem Megatrend Yoga: Nach der anfänglichen Einführung brauchst Du dafür weder Partner noch Trainer. Du kannst es jederzeit, überall und ganz nach Deinem Plan praktizieren.

Das noch Schönere amMegatrend Yoga: Wenn Dir der Sinn danach steht, kannst Du es auch mit einem Partner oder in der Gruppe genießen. Entweder in Kursen, privat mit Freunden oder bei einem Yoga Treffen. Netter Nebeneffekt – Du kannst hierbei auch gleich noch neue Bekanntschaften schließen.

Yoga ist kostengünstig

Bequeme Sportkleidung, die Dich nicht bei Bewegungen einschränkt und eine Yogamatte – fertig. Mehr brauchst Du im Prinzip nicht. Eventuell kann vielleicht noch etwas Yoga Equipment sinnvoll sein, auch dieses ist aber kostengünstig. Sogar die Kurse schlagen oft weniger auf den Geldbeutel, als beispielsweise eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio. Vor allem, wenn Du sie zum Lernen, für die Kontrolle Deiner Haltung oder die gelegentliche Abwechslung nutzt und außerhalb der geleiteten Stunden selbst praktizierst.

Auch für den kleinen Geldbeutel ist der Megatrend Yoga also bestens geeignet.

Welche Arten des Megatrends Yoga gibt es?

Klassisch, modern, spirituell oder mit Ziegen – es gibt zahlreiche Yoga Arten. Du hast also beste Chancen, das Richtige für Dich zu finden und kannst zudem auch für viel Abwechslung sorgen. Aber wo liegen die Unterschiede zwischen den einzelnen Yoga Arten mit so klangvollen Namen, wie Kundalini und Bikram?

Klassisches Yoga

Im klassischen Yoga spielt die Spiritualität eine große Rolle, die körperlichen Übungen und Abläufe haben eine lange Tradition. Wenn Du Dich näher mit den Hintergründen beschäftigen und den Fokus auf Deinen Geist lenken willst, sind klassische Yoga Arten also bestens geeignet.

Kundalini Yoga

Die Spiritualität kommt im Kundalini Yoga eine gewichtige Bedeutung zu. Damit ist es mehr als „nur“ körperliche Übungen. Bei diesen handelt es sich übrigens um Abläufe aus dem Hatha Yoga. Diese sind jedoch nur ein Teildieser Philosophie und Lebenseinstellung. Ziel des Kundalini Yoga ist es, Erleuchtung zu erfahren. Hierfür sind in der Praxis fünf Bestandteile wichtig:

  • Asana – Körperübungen
  • Pranayama – Atemübungen
  • Mudras – Handgesten und -übungen, die sich auf den Organismus auswirken sollen
  • Mantras – heilige Wörter oder Silben, sogenannte „Klangkörper“
  • Visualisierungen beziehungsweise Meditation – bestimmte Bilder im Geiste vorstellen

Iyengar Yoga

Ebenso wie auch beim Kundalini Yoga kommen die körperlichen Übungen auch beim Iyengar Yoga aus dem Hatha Yoga. Allerdings wird hier der Fokus auf die Auswahl und Ausführung der Positionen gelegt. Die spirituelle Seite steht deutlich weiter im Hintergrund. Dafür sind Technik, Dauer und Sequenz der Übungen entscheidend.

Um diese korrekt durchführen zu können, wird seit der Entwicklung dieser Yoga Art durch B. K. S. Iyengar vermehrt Yoga Equipment verwendet. Iyengar Yoga ist also deutlich technischer, als Du es vielleicht von Yoga erwartest.

Geeignet ist diese Yoga Art im Prinzip für jeden. Gerade Anfänger können aber davon profitieren, zunächst die Bewegungsabläufe sehr detailliert und gründlich zu erlernen.

Hatha Yoga

Hatha Yoga ist an sich zwar eine klassische Yoga Art aber zugleich auch der Ursprung der modernen Yoga Arten. Die Grundpfeiler des Hatha Yoga sind:

  • Asanas
  • Pranayama
  • Meditation

Ziel ist es, eine Balance und verstärkte Verbindung zwischen Körper und Geist zu erreichen. Da Dir die Übungsabläufe aus dem Hatha Yoga im Prinzip in jeder weiteren Yoga Art begegnen werden, ist es eine ideale Basis für Beginner. Auch Fortgeschrittene werden sich beim Hatha Yoga aber mit Sicherheit nicht langweilen, da es zahlreiche herausfordernde Übungen gibt. Darunter zum Beispiel die Acht-Winkel-Haltung.

Entspannendes Yoga

Entspannendes Yoga? Sollte Yoga nicht in jedem Fall entspannend sein? Das stimmt natürlich. Es gibt jedoch zwei Yoga Arten, die ganz besonders ruhig und speziell darauf ausgelegt sind, Stress zu reduzieren.

Yin Yoga

Der Begriff steht für das Sanfte, Ruhige und Weibliche – und genauso ist das Yin Yoga aufgebaut. Ziel dieser Yoga Art ist es, die innere Mitte zu finden. Dazu musst Du nicht aus der Puste kommen. Statt zahlreicher Wechsel und Übungen, werden einzelne Positionen über Minuten hinweg gehalten.

Keine Angst, auch hierbei wird es nicht anstrengend, denn die Übungen werden im Sitzen und Liegen durchgeführt, so wie Schmetterling, Libelle und Raupe.
Wenn es Dir nicht darum geht, möglichst viele Kalorien zu verbrennen oder dynamisch und schwungvoll die Übungen zu absolvieren, ist Yin Yoga ideal für Dich. Auch Einsteiger, Senioren, Gestresste und Schwangere können davon profitieren.

Yoga Nidra

Yoga Nidra gilt auch als bewusster Schlaf und bei dieser Yoga Art gibt es genau eine Übung: Nyasa. Hierbei legst Du Dich auf den Rücken und erspürst dann einzelne Teile Deines Körpers mental. Yoga Nidra ist also wenig körperlich, dafür aber sehr meditativ und entspannend.

Schlanke Muskeln wirst Du davon nicht bekommen, kannst jedoch gezielt zur Ruhe kommen.

Dynamisches Yoga

Aus der Ruhe kommt die Kraft, aus der Dynamik aber auch. Und dazu im Falle von dynamischem Yoga gleich noch schöne schlanke Muskeln und reichlich Spaß. Wenn es also etwas schneller und anstrengender sein darf – ab zum dynamischen Yoga.

Bikram Yoga

38°C, 40 Prozent Luftfeuchtigkeit und dazu eine Abfolge aus ganzen 26 Hatha Yoga Übungen – heiß, schnell, schweißtreibend und dynamisch geht es beim Bikram Yoga zu. Die Wärme im Übungsraum soll zudem den Effekt haben, die Muskulatur aufzulockern und Dich beweglicher zu machen.

Wenn Du schon an einem lauen Sommertag ins Schwitzen gerätst oder Dein Kreislauf hohen Temperaturen nichts abgewinnen kann, solltest Du die Finger vom Bikram lassen. Dazu ist diese Yoga Art ganz klar etwas für Menschen, mit einer guten Kondition und Fitness. Für Anfänger, Schwangere, Senioren und Kinder ist es nicht geeignet.

Vinyasa Yoga

Fließend und dynamisch bringt Dich Vinyasa Yoga zum Schwitzen aber nicht aus der Puste, denn ein Fokus liegt bei dieser Yoga Art auch auf der Atemtechnik. Feste Reihenfolgen gibt es beim Vinyasa Yoga nicht, wodurch sich diese Variante nicht für Anfänger eignet. Fit solltest Du zudem auch sein, da Du einiges an Kondition mitbringen musst.

Die fließenden Abläufe sollen dabei helfen, Energieblockaden zu lösen und brachten dieser Yoga Art auch die Bezeichnung Vinyasa Flow Yoga ein.

Jivamukti Yoga

Jivamukti Yoga ist fließend und dynamisch wie Vinyasa und bietet dazu fünf Grundprinzipien, die die mentale und physische Ebene ansprechen sollen:

  • Ahimsa – Gewaltlosigkeit
  • Bhakti – Hingabe
  • Dhyana – Meditation
  • Nada – Musik
  • Shastra – Schriftenlehre

Schnell und spirituell, bei dem Jivamukti Yoga bekommst Du beides. Das überzeugt anscheinend viele, denn diese Yoga Art wird auch von einigen namhaften Stars praktiziert.

Ashtanga Yoga

Diese Yoga Art hat eine Tradition, die über 2000 Jahre in die Vergangenheit reicht, ist dynamisch und anspruchsvoll. Die Übungen haben eine feste Reihenfolge, hierdurch ist Ashtanga Yoga vergleichsweise einfach zu erlernen und für fitte Yoga Anfänger geeignet. Das macht es unter anderem so beliebt bei Sportlern.

Allerdings ist es anstrengend und kann schnell frustrierend werden, wenn Deine Kondition nicht ausreicht.

Power Yoga

Kraftvolle Übungen und dynamische Abfolgen erwarten Dich beim Power Yoga. In der Regel handelt es sich dabei um den Sonnengruß und die Kriegersequenz. Ein Warm Up bestehend aus drei bis vier einzelnen Übungen, macht Dich und Deine Muskeln warm und beweglich. Danach kommen die Yoga Folgen an die Reihe und werden von einem Moment der Tiefenentspannung abgeschlossen.

Power Yoga ist ideal für fitte Fortgeschrittene, die sich neuen Herausforderungen stellen oder ihr Training intensivieren wollen.

Megatrend Yoga mal anders: Von Bier bis Ziege

Diese Yoga Arten mögen lachhaft klingen, bringen aber Abwechslung auf das Programm und sollen zudem ebenfalls therapeutische Effekte haben. Schau Dich also in unserer kleinen Übersicht um, wenn Du Lust auf Yoga in einer etwas anderen Form hast:

  • Lachyoga – Wo wir doch gerade bei lachhaft waren, beim Lachyoga heißt es Zähne gezeigt und herzhaft gelacht. Ziel ist es, dass das künstliche in ein echtes Lachen übergeht. Dazu gibt es Dehnungs-, Klatsch-, Mimik- und Atemübungen. Wie wir alle wissen, ist Lachen gesund und ansteckend. Wenn Du davon ein wenig mehr in Deinem Leben brauchen könntest, hast Du im Lachyoga vielleicht die passende Methode gefunden.
  • Ziegenyoga – Ja, Ziegenyoga ist genau das, wonach es klingt: Yoga mit Ziegen. Natürlich turnen die Vierbeiner hier nicht synchron mit, sie sollen aber durch ihre verspielte Präsenz eine positive Auswirkung auf Psyche und Emotionen haben. In den USA ist Ziegenyoga bereits ein beliebter Trend mit vielen begeisterten Teilnehmern.
  • Hormon Yoga – Wechseljahre, Menstruationsbeschwerden und die Schwankungen während der Pubertät sollen durch Hormon Yoga positiv beeinflusst werden. Du merkst es schon, Hormon Yoga ist speziell auf Frauen abgestimmt. Es besteht aus dynamischen Körperübungen, Atemübungen und Meditation sowie traditioneller Energielenkung.
  • CrossFit Yoga – Hartes Crossfit und entspannendes Yoga? Gegensätzlicher geht es doch eigentlich gar nicht. Und doch sind diese Kontraste in CrossFit Yoga miteinander kombiniert. Es ist anstrengend und anspruchsvoll und damit nur etwas für fortgeschrittene Sportler. Allerdings sorgt es für reichlich Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit zugleich.
  • Gesichtsyoga – Den ganzen Tag die Stirn in Falten gelegt oder die Augen zusammengekniffen? Den Gesichtsmuskeln schenken wir wenig Beachtung, bis wir auch hier durch Lachyoga Muskelkater haben oder das ständige Stirnrunzeln zu Falten führt. Gesichtsyoga soll hier helfen, kräftigend und entspannend wirken. Die Übungen bestehen aus verschiedenen Mimiken. Zudem wird mit den Fingern durch Zupfen eine andere Form der Dehnung erreicht.  
  • Yoga Dance – Die fließenden Bewegungen des Yoga, dazu Musik und Tanz, so sieht Yoga Dance aus. Es ist schwungvoll und die Anstrengung bemerkst Du dabei kaum, denn Dance Yoga macht Spaß.
  • Bier Yoga – Dachtest Du etwa, wir scherzen? Bier Yoga gibt es wirklich, wenn bisher auch nur in einem sehr kleinen Rahmen. Eine Yoga Stunde und zwei Flaschen Bier sollen gemeinsam zur Entspannung und Lockerung verhelfen. Wenn Dir die Kombination aus Yoga Posen und Promille zu riskant erscheint, solltest Du hiervon natürlich die Finger lassen.

Megatrend Yoga – Das passende Workout für jeden

Groß, klein, jung und nicht mehr ganz so jung – der Megatrend Yoga ist für jeden geeignet. Natürlich eignen sich nicht alle Yoga Arten beziehungsweise Positionen gleichermaßen für jeden Menschen. Schwangere können beispielsweise keine Vorwärtsbeugen machen. Yoga Anfänger, die auch ansonsten keinen Sport treiben, sollten nicht sofort mit Poweryoga loslegen.

Worauf es bei der Auswahl ankommt, verraten wir Dir hier.

Yoga für Anfänger

Als blutiger Anfänger kannst Du dennoch in jede Yoga Art einsteigen, die Dir zusagt und vor allem auch erstmal verschiedene Stile ausprobieren. Es gibt allerdings Arten und Übungen, die sich weniger eignen als andere. Zum Beispiel:

  • Power Yoga: Schweißtreibend und anstrengend ist es für alle – das ist ja auch der Sinn der kraftvollen Übungen. Wenn Du aber gerade erst (wieder) in ein sportliches Hobby einsteigen willst, kann Dich das Erlernen der Positionen und dazu noch das Tempo sehr schnell aus der Puste bringen und frustrieren. Wenn Du ein Auge auf Power Yoga geworfen hast, bau erst einmal eine gute Grundkondition auf und lern die Yoga Übungen bei einer entspannteren Variante.
  • Yoga Sivananda und Yoga Vidya: Die Vorteile dieser Yoga Arten sind die weite Verbreitung und die festen Serien bei den Übungen. Entsprechende Kurse zu finden ist einfach. Die Serien machen das Erleichtern der Positionen einfacher. Aber, die Abläufe beinhalten oftmals auch schwierige Positionen, wie Fisch, Pflug, Schulter- und Kopfstand. Diese bergen ein vergleichsweise hohes Verletzungsrisiko, wenn sie nicht richtig durchgeführt werden. Such Dir also auf jeden Fall einen erfahrenen Trainer und mute Dir anfangs nicht zu viel zu.
  • Vinyasa Flow Yoga: Schnelle Abläufe, Übungen werden nur wenige Augenblicke gehalten und Pausen sind kurz und selten. Diese Yoga Art ist also dynamisch und könnte das richtige für Dich sein, wenn Du ins Schwitzen kommen willst und befürchtest, Dich bei langsameren Yoga Arten zu langweilen. Ebenso wie beim Power Yoga ist allerdings eine gewisse Kondition erforderlich. Fehlt sie, könnte Dich Vinyasa Flow Yoga frustrieren.

Ansonsten darfst Du als Anfänger nach Lust und Laune auswählen und ausprobieren.

Unser Tipp: Viele Yoga Studios bieten Schnupperstunden und Kurse für absolute Beginner an. Teste Dich doch einfach durch die verschiedenen Yoga Arten, bis Du das Passende für Dich gefunden hast.  

Yoga für Fortgeschrittene

Wenn Du als Anfänger verschiedene Yoga Arten ausprobiert hast, bevor die Entscheidung für „Deine“ Yoga Variante fiel, hast Du ja bereits eine praktische Übersicht. Hast Du Dich direkt auf eine Yoga Art festgelegt, hol das Austesten nach.

Dazu könnten alle Yoga Arten, die sich nicht unbedingt für Anfänger eignen, ideal für Dich als Fortgeschrittenen sein. Dazu kannst Du mit den folgenden Tipps für Abwechslung und neue Herausforderungen sorgen:

  • Trau Dich an die schwierigen Übungen: Schulterstand, Kopfstand, seitliche Planke und Krähe waren bisher für Dich zu schwer? Als Fortgeschrittener und mit passendem Lehrer darfst Du Dich endlich an sie wagen. Aber wirklich unter Aufsicht und mit Anleitung, denn das Verletzungsrisiko bei diesen Übungen sollte nicht unterschätzt werden.
  • Halte länger durch: Auch als Yoga Fortgeschrittener solltest Du hin und wieder an Deine Grenzen gehen, um sie zu erweitern. Führe Deine Übungen also länger aus oder erhöhe, wenn möglich, den Schwierigkeitsgrad.
  • Erhöhe die Intensität: Power Yoga, Vinyasa Flow Yoga, Jivamukti und Anti Gravity Yoga – schneller, schwerer und im letzten Fall „schwerelos“ bringen diese Yoga Arten Abwechslung auf den Plan und Dich ins Schwitzen.

Yoga für Schwangere

Zugegeben, der Babybauch ist bei einigen Yoga Übungen im Weg – spätestens ab dem zweiten Trimester. Das muss Dich aber nicht davon abhalten, weiterhin Yoga zu machen oder auch jetzt erst damit anzufangen. Lass die Finger von den schnellen und anstrengenden Yoga Arten und konzentrier Dich auf entspannte Varianten und Übungen.

Gut geeignet sind beispielsweise:

  • Bank
  • Baum
  • Bergsteiger
  • Katze
  • Kopf-zum-Knie-Streckung
  • Meditationssitz
  • Nach unten schauender Hund
  • Schulterbrücke
  • Schustersitz
  • Stellung des Kindes (solange der Bauch noch nicht allzu groß ist)

Die Vorteile von Yoga für Schwangere liegen nicht nur in den sanften Übungen. Gelenke werden geschont, Du kannst entspannen, die Muskeln werden trainiert und Du bereitest Deinen Körper auf die Geburt vor. Dennoch möchten wir Dir zwei Hinweise mit auf den Weg geben, bevor Du in Umstands-Yoga-Pants schlüpfst.

Such einen Arzt auf und besprich mit diesen im Vorfeld, ob Yoga für Dich und Deinen Nachwuchs geeignet und sicher ist. Leg zudem nicht einfach alleine los. Lass Dich stattdessen von einem Yoga Trainer anleiten und besuch einen speziellen Kurs. Damit bist Du auf der sicheren Seite.

Baby Yoga

Kaum auf der Welt willkommen geheißen und schon soll Dein frisch geschlüpfter Nachwuchs komplizierte Yoga Übungen machen? Nein. Baby Yoga sieht nicht vor, dass Säuglinge in Position gebracht werden. Stattdessen handelt es sich hierbei um eine Yoga Art, die auf die speziellen Bedürfnisse von Dir als Mutter ausgelegt sind.

Baby Yoga heißt es, weil auch die Kinder mit eingebunden werden. Für die Kinder gibt es leichte Dehnübungen (die Du natürlich mit ihnen ausführst) und Massage. Bei dieser Variante musst Du also keinen Babysitter bestellen, um Yoga praktizieren zu können. Dazu tust Du ganz aktiv etwas für Deinen Körper und trägst durch die Berührungen sogar noch zur Bindung zwischen Dir und dem Familienzuwachs bei.

Kinderyoga

Abhängig von Kurs, können die Kleinen schon ab etwa drei Jahren beim Kinderyoga mitmachen – und daraus einen großen Nutzen ziehen. Dem kindlichen Bewegungsdrang wird einmal „anders“ entsprochen. Die Kinder lernen Möglichkeiten der selbstständigen Beruhigung und Entspannung, können ihre Koordination verbessern und sind oft mit hoher Motivation bei der Sache. Zudem klingen die Asanas schon allein so witzig, dass sie die Nachwuchs-Yogis häufig unbedingt nachmachen wollen.

Ein bedeutender Unterschied zum Yoga für Erwachsene ist, dass Kinderyoga direkt körperlich-sinnlich erfahren wird. Auf Erklärungen legen die Kleinen noch nicht so viel Wert.  

Yoga – ein Megatrend auch für ältere Menschen

Mit 99 noch in den Schulterstand gehen oder einen perfekten ausgeführten Sonnengruß demonstrieren? Das geht tatsächlich. Tao Porchon-Lynch macht es als älteste Yoga-Lehrerin der Welt vor. Derartige Anforderungen musst und solltest Du nicht an Dich stellen, wenn Du als nicht mehr ganz so junger Hüpfer mit Yoga beginnen möchtest. Dennoch ist gerade diese Sportart ideal für reifere Menschen. Du bleibst beweglich, trainierst Koordination und gehst dabei doch gelenkschonend vor.

Die Übungen sollten dafür aber auf Deinen Bedarf und Deinen Körper angepasst sein. Anstatt stehend oder auf dem Boden sitzend, lassen sich einige Positionen auch abgewandelt auf einem Stuhl durchführen. Zudem kann Yoga Equipment hilfreich sein.

Ganz wichtig beim Yoga für Senioren: Such zuvor einen Arzt auf und lass Dich zudem von einem Profi anleiten. Erfahrene Lehrer oder gar spezielle Yoga Gruppen sind wichtig, um keine Verletzungen zu riskieren.

Yoga Equipment

Absolut notwendig ist Yoga Equipment in den wenigsten Fällen, es kann aber durchaus eine gute Hilfe sein. Gerade für Anfänger und bei Gelenkbeschwerden stellt es eine Erleichterung dar, kann unterstützend wirken und Dehnungen begünstigen. Bevor Du Dir jetzt gleich ein ganzes Set zulegst, lass Dich erst einmal von einem kompetenten Yoga Trainer darüber beraten, was für Dich sinnvoll ist.

Wir bieten Dir hier einen kurzen Überblick:

  • Yogablock oder Yogaklotz: Gleichgewichtsübungen und starke Dehnungen fallen nicht jedem sofort leicht. Wenn Du beim Krieger III ins Wackeln kommst oder Deine Fingerspitzen bei der Vorbeuge einfach nicht den Boden erreichen, kann der Yogaklotz zum Einsatz kommen. Er hilft Dir, Stabilität zu finden und dient als Abstandhalter zwischen Boden und Fingerspitzen. Anfangs kannst Du ihn hochkant stellen, gelingen Dir die Übungen damit sicher, stellst Du ihn auf die lange Seite und kannst ihn schließlich hinlegen.
  • Meditationskissen: Es ist rund und halbrund erhältlich und sowohl das bekannteste als auch älteste Hilfsmittel. Wenn Dir beim Lotossitz die Knie schmerzen oder sich Deine Sitzhöcker langsam in den Boden zu bohren scheinen, erhöht das Meditationskissen den Komfort. Halbrunde Varianten kannst Du zudem in liegenden Yoga Posen verwenden, um Nacken und Kopf zu stützen. Damit Du das Kissen anpassen kannst, sollte die Füllung variabel entnehmbar sein.
  • Yoga Bolster: Bei diesem Yoga Hilfsmittel finden sich die meisten Formvarianten. Rolle, Rechteckkissen und Halbmond sind erhältlich. Die halbrunde Ausführung kannst Du als Nackenkissen und unter dem Po verwenden, um den Komfort zu erhöhen. Rechteckkissen dienen ebenfalls zum Sitzen. Sie können jedoch auch im Liegen unter das Gesäß geschoben werden, um Dehnungen zu begünstigen und das Becken zu öffnen. Die Rollen dienen zwar nicht dem Sitzen, sind dafür aber sehr vielseitig. Unter der Wirbelsäule, dem Nacken, Becken oder den Beinen helfen Sie Dir dabei, die richtige Position zu erreichen und die Dehnung auf sanfte Weise zu verstärken.
  • Yoga-Gurt: Beim Vorbeugen im Sitzen kommst Du einfach nicht bis zu den Zehenspitzen? Um die Übung dennoch möglichst effektiv durchführen zu können, kannst Du zum Yoga-Gurt greifen. Um die Füße gelegt und mit beiden Händen festgehalten, kannst Du so die erforderliche Dehnung aufbauen.

Fazit

Yoga hat zahlreiche Vorzüge zu bieten und gibt Dir zudem die Möglichkeit, aus vielen verschiedenen Arten zu wählen oder diese einfach einmal zur Abwechslung auszuprobieren – und das in jedem Alter und jedem Fitnesszustand. Wenn Du Dich immer noch nicht auf die Yogamatte begeben hast, wird es also höchste Zeit.

In diesem Sinne: Namaste!*

*traditionelle indische Grußformel, mit der Du bei Deiner ersten Yoga Stunde alle gleich passend begrüßen und Dich verabschieden kannst

Wissenschaftliche Quellen

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10 Vivian Worthington, A History of Yoga, Routledge & Kegan Paul, 1982

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18 Ärzteblatt, Yoga und kontrollierte Atmung lindern Depression in Studie., 2017

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25 Stress and Depression, WebMD

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