Hopfen

Hopfen ist vielen vor allem aus dem Bier bekannt, wird jedoch auch als Delikatesse und hauptsächlich aufgrund seiner sedierenden Wirkung als Heilpflanze verwendet. 1 Echter Hopfen erlangte im Jahr 2007 sogar den Titel Arzneipflanze des Jahres.

Was macht Hopfen zum Superfood?

Die bereits erwähnte sedierende Wirkung wird beim Hopfen häufig genutzt, um Schlafstörungen pflanzlich zu behandeln. Untersucht wurde diese unter anderem in Tierstudien, wobei auffiel, dass die Dosierung eine entscheidende Rolle spielt.1, 2 In der Untersuchung zeigte sich, dass eine Dosis von 2 Milligramm Hopfen – ähnlich der Konzentration in Bier – wirksamer als niedrigere oder höhere Dosierungen war. Eine daraus resultierende mögliche Empfehlung ist es, bei Schlafstörungen alkoholfreies Bier zu nutzen.1

Neben der schlaffördernden Wirkung, die auf den ungesättigten Alkohol  2-Methyl-3-buten-2-ol zurückzuführen ist, enthält Hopfen auch Substanzen, die eine östrogenartige Wirkung aufweisen. In größeren Mengen, beispielsweise wenn sie beim Pflücken der Hopfenzapfen über Stunden hinweg durch die Haut aufgenommen werden, können diese bei Frauen zu abnormalen Blutungen, spannenden und empfindlichen Brüsten sowie anderen Beschwerden führen. Auch ein erhöhtes Risiko für östrogenabhängige Krebsarten wird vermutet. In der Konzentration, in der sie in Bier vorkommen, besteht dafür keine Gefahr. Zudem wurde festgestellt, dass Hopfen die Entartung von Zellen, insbesondere in Form von Brustkrebs, sogar hemmen kann.3, 4

Besondere Eigenschaften & Merkmale des Hopfens

Hopfen verleiht dem Bier nicht nur einen Teil seines Aromas, es soll das Bier aufgrund der zugeschriebenen antimikrobiellen Wirkung auch haltbarer machen.5

Tipps zur Verwendung des Hopfens

Junge Hopfensprossen werden gedämpft oder kurz gekocht und als Delikatesse genossen. Die Hopfenzapfen beziehungsweise Hopfendolden haben jedoch einen sehr bitteren, stark harzigen Geschmack und werden daher nicht verzehrt. Die Verwendung in der Küche ist daher sehr eingeschränkt. Als Hopfentee, Bier oder Nahrungsergänzungsmittel kann das Superfood aber dennoch genutzt werden.

Nährwerttabelle

Eine offizielle Nährwerttabelle existiert für den Hopfen nicht, da dieser nur in kleinen Mengen als Genuss- oder pflanzliches Arzneimittel verwendet wird.

Wissenschaftliche Quellen

1 Franco L, Sánchez C, Bravo R, Rodriguez A, Barriga C, Juánez JC., The sedative effects of hops (Humulus lupulus), a component of beer, on the activity/rest rhythm.

Acta Physiol Hung. 2012 Jun;99(2):133-9. doi: 10.1556/APhysiol.99.2012.2.6.

2 Chadwick, L. R., G. F. Pauli, and N. R. Farnsworth. “The Pharmacognosy of Humulus Lupulus L. (hops) with an Emphasis on Estrogenic Properties.” Phytomedicine : international journal of phytotherapy and phytopharmacology13.1-2 (2006): 119–131. PMC.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1852439/

3 Madhubhani, L.P. et al. “Hops (Humulus Lupulus) Inhibits Oxidative Estrogen Metabolism and Estrogen-Induced Malignant Transformation in Human Mammary Epithelial Cells (MCF-10A).” Cancer prevention research (Philadelphia, Pa.)5.1 (2012): 73–81. PMC.

http://cancerpreventionresearch.aacrjournals.org/content/5/1/73.long

4 S. R. Milligan J. C. Kalita A. Heyerick H. Rong L. De CoomanD. De Keukeleire, Identification of a Potent Phytoestrogen in Hops (Humulus lupulus L.) and Beer, The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, Volume 84, Issue 6, 1 June 1999, Pages 2249

https://doi.org/10.1210/jcem.84.6.5887

5  Europäische Arzneimittelagentur, Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel: Assessment report for the development of community monographs and for inclusion of herbal substance(s), preparation(s) or combinations thereof in the list Humulus lupulus L., flos

http://www.ema.europa.eu/docs/en_GB/document_library/Herbal_-_HMPC_assessment_report/2010/01/WC500059223.pdf

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