Functional Training

Nicht nur, wer sich mit aktuellen Fitnesstrends auseinandersetzt, kommt um die Begriffe Functional Training oder Funktionelles Training schon seit einiger Zeit nicht mehr herum. Hierbei handelt es sich um eine besonders effektive Form des Trainings, das wirklich für jeden anwendbar ist. Wirklich für jeden? Ja, wirklich! Wir klären Dich auf, was sich hinter diesem Fitnesstrend verbirgt und warum es für Hochleistungssportler, Untrainierte, Männer, Frauen, Senioren und auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen die perfekte Trainingsform ist.

Was ist Functional Training?

Beim Funktionellen Training wird der Körper als ganzheitliches System betrachtet. Es werden, anders als bei den meisten Kraftsportarten, Muskelketten trainiert, die auch unter natürlichen Umständen zusammenarbeiten, um bestimmte Bewegungen zu absolvieren oder Anforderungen zu meistern. Nimm nur das Treppensteigen als Beispiel. Hierbei kommt neben den Knien auch die Bein- und Rumpfmuskulatur zum Einsatz.
Es ist also ein komplexer Bewegungsablauf, bei dem viele Muskelgruppen im Zusammenspiel wirken. Auf Maschinen, wie Du sie aus dem Krafttraining in Fitness-Studios kennst, wird dabei komplett verzichtet. Hilfsmittel wie Hand- und Kleingeräte, um die Übungen abwechslungsreicher und anspruchsvoller zu gestalten, sind hingegen schon erlaubt.

Woher kommt Functional Training?

Eigentlich ist der Trend gar nicht so neu. Das Funktionelle Training spielt nämlich in der Physiotherapie und in der Rehabilitation schon lange eine große Rolle. Wenn Patienten nach Verletzungen oder Operationen wieder aufgebaut werden müssen, um ihren Alltag ohne Einschränkungen zu absolvieren, geschieht dies durch ein speziell abgestimmtes Training.
Je nach Anforderung, werden die therapeutischen Maßnahmen angepasst. Somit ist das Funktionelle Training eine sehr individuelle Geschichte. Muss jemand in seinem Beruf sehr schwer heben, müssen seine Bewegungsabläufe dahingehend gefördert werden, dass er immer mehr Kraft aufbaut. Ein anderer bewegt sich in seinem Job fast gar nicht, weil er den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt. Damit hier die Muskelgruppen nicht erschlaffen gilt es, Rücken und Schultern gezielt zu fördern. Das Training wird in kleinen Schritten dem jeweiligen Leistungsstand angepasst.

Wie funktioniert Functional Training?

Beim Funktionalen Training werden Übungen gemacht, die den natürlichen Anforderungen und Bewegungen entsprechen. Knie beugen, Dinge heben, Springen, Aufstehen, Aufrichten, Tragen, Gleichgewicht herstellen, den Körper stabilisieren. All diese Abläufe kennt jeder von uns aus seinem Alltag. Das Functional Training setzt genau hier an und baut diese Mechanismen nicht nur aus, sondern schult Dich auch darin, Deinen Körper und seine Funktionen besser wahrzunehmen.
Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass das Funktionelle Training nicht nur gut für Knochen, Muskeln, Sehnen und die Haltung ist, sondern auch Deinen Geist schärft. Denn die Übungen sind zum Teil sehr komplex und es erfordert ein hohes Maß an Konzentration, um sie perfekt auszuführen. Das Training verfolgt dabei vier Grundprinzipien, die sich abwechseln: ziehen, drücken, hüftdominierend, kniedominierend.

Was bedeutet denn funktionell?

Der Begriff „Funktionell“ stammt von dem französischen Wort „fonctionnel“ ab. Es bedeutet zunächst einmal „zweckmäßig“, „eine Funktion erfüllend“. Und genau das beschreibt die Vielseitigkeit dieser Trainingsform, bei der jeder seinen Zweck selber definieren kann.
Eine Frau, die nach der Geburt ihres Kindes möglichst schnell die durch die Schwangerschaft stark beanspruchte und überdehnte Haut straff kriegen möchte, hat ein anderes Trainingsziel als der begeisterte Jogger, der seinen Oberarmen etwas mehr Definition verleihen möchte. Wieder ein anderer möchte nach einem Unfall möglichst schnell wieder auf die Beine kommen. Allen Drei kann mit Funktionellem Training geholfen werden, allerdings sieht der Trainingsplan bei jedem anders aus.

Für wen ist Functional Training geeignet?

Da sich das Functional Training komplett individualisieren lässt, ist es zunächst für jeden geeignet– egal welches Geschlecht, egal, welches Alter, egal welche Vorkenntnisse vorhanden sind. Ob Du beruflich körperlich stark gefordert bist und Deinen Körper belastbarer machen möchtest oder eine eher sitzende Tätigkeit ausübst und ein Gegengewicht dazu brauchst – im Funktionellen Training wirst Du genau die Übungen finden, die Du für einen mobilen Alltag benötigst.
Und gerade für älter werdende Menschen ist das Functional Training eine geeignete Methode, ihr Körperbewusstsein noch einmal ganz neu zu definieren. Denn wer seinen ganzen Körper trainiert, hat auch eine bessere Stabilität. So kann ein Sturz vielleicht nicht verhindert werden, es ist aber ein Unterschied, ob man einfach auf den Boden fällt oder sich durch eine geschickte Reaktion abfedern kann.
Dennoch sollten ein paar Dinge vor Beginn beachtet werden: Gibt es Vorerkrankungen wie einen Bandscheibenvorfall, neue Gelenke oder Arthrose? Bestehen Gründe, nicht in das volle Leistungsprogramm einzusteigen – beispielsweise durch eine Schwangerschaft, Operation oder gerade überstandene Erkältung? Solltest Du Dir unsicher sein, ob Funktionelles Training für Dich das Richtige ist, frage Deinen Arzt oder einen Fachmann, der sich damit auskennt.

Für wen ist functional Training ungeeignet?

Wie bereits erwähnt, ist ein Funktionelles Training für alle Menschen möglich, die auch in ihrem Alltag mobil sind. Vorerkrankungen, Operationen oder andere Einschränkungen mag es geben, sind aber nicht hinderlich. Es kann sein, dass Du bestimmte Übungen nicht oder in anderer Form durchführen musst.
In Fällen, in denen Du Dir nicht sicher bist ob Funktionelles Training für Dich die geeignete Sportart ist, oder welche Übungen Du besser nicht machst, solltest Du Deinen behandelnden Arzt oder einen ausgebildeten Trainer zu Rate ziehen. Sollte es Übungen geben, die Du aus bestimmten gesundheitlichen Gründen nicht absolvieren kannst, ist das Functional Training vielseitig genug, um einen entsprechenden Ersatz zu finden.

Ist Functional Training auch für Frauen geeignet?

Frauen wünschen sich von einer Sportart sehr häufig ein allumfassendes Konzept, das ihnen dabei hilft, ihren Körper zu definieren, eventuell eine Unterstützung bei oder nach einer Diät ist und sich abwechslungsreich gestalten lässt – somit ist Functional Training eine ideale körperliche Ertüchtigung für Frauen mit diesem Anspruch.

Was sollten Einsteiger/Anfänger beim Functional Training beachten, die unsportlich oder kaum trainiert sind?

Wer mit dem Funktionellen Training startet, läuft häufig Gefahr, sich und seinen Körper zu überschätzen. Egal ob Du sportlich trainiert oder bislang eher eine Couchpotato warst – beherzige ein paar Tipps und dann wirst Du mit dem Functional Training schnell Erfolge haben:
Aufwärmen: Da Du beim Functional Training große Muskelgruppen trainierst, sollten diese bereits vor dem Training warm und geschmeidig sein. Auf diese Weise vermeidest Du Verletzungen und auch ein möglicher Muskelkater fällt weniger schmerzhaft aus.
Rumpfstabilität: Anders als beim Training an den Maschinen, muss die Stabilität aus Dir heraus kommen. Das fühlt sich zu Beginn ungewohnt an, ist aber erlernbar. Verfeinere diese Technik durch eine gute Körperspannung, damit Du die folgenden Trainingseinheiten gut und sicher ausüben kannst. Nur dann ist das Training auch effektiv.
Schritt für Schritt: Beim Functional Training geht es nicht um schnelle Ergebnisse, sondern um den kontinuierlichen Ausbau Deiner Fähigkeiten. Fange mit einfachen Übungen an und erst, wenn Du diese sicher und gut ausführen kannst, steigere die Komplexität.
Langsam: Es ist viel wichtiger, die Übungen sorgfältig als schnell auszuführen. Nur so verhinderst Du eine Überbeanspruchung und mögliche Verletzungen. Wenn Du die Übung langsam sauber ausführen kannst, kannst Du das Tempo natürlich steigern.
Fehlhaltung: Das ist ein wirklich kniffliger Punkt. Trainierte Sportler haben bereits ein gutes Körpergefühl und wissen, wie die Bewegungen auszuführen sind. Wer gerade erst anfängt, „erleichtert“ sich die Übungen häufig durch Fehlhaltungen und Ausweichbewegungen. Doch das kann schlimme Konsequenzen haben. Daher solltest Du zu Beginn Deines Trainingsprogramms vielleicht einen Fachmann zu Rate ziehen oder einen Kurs besuchen – Functional Training wird heute in zahlreichen Fitness-Studios angeboten.
Atmung: Die meisten Übungen erfordern eine angepasste Atmung. Das hilft Dir aber auch, die Bewegung bewusster und damit sauberer auszuführen. Meist wird mit der Anspannung ein- und mit der Entspannung ausgeatmet.
Dehnen: Den Abschluss einer Trainingseinheit bildet das Dehnen. Die beanspruchten Muskelpartien werden noch einmal auseinandergezogen, um optimal zu regenerieren.
Die Übungen beim Funktionellen Training sind häufig komplex und es bedarf einiger Übung, bis sie reibungslos und körperschonend durchgeführt werden können. Übermotivation und falsche Selbsteinschätzung können hier zu langfristigen Folgeschäden führen. Während sich die Muskeln recht schnell neuen Belastungen anpassen können, benötigen Sehnen und Gelenke etwas Zeit. Gib sie ihnen, Dein Körper wird es Dir danken.

Functional Training im Vergleich zu anderen Trainingsmethoden

Seit den frühen 2000er Jahren ist sogar die deutsche Fußball-Nationalmannschaft auf den Functional Training-Zug aufgesprungen und ergänzt ihr normales Training mit Übungen aus diesem Bereich. Was wir damit sagen wollen ist: Es muss kein Entweder-Oder geben. Funktionelles Training ist für sich allein perfekt, um Deinen Körper zu trainieren.
Es kann aber auch eine tolle Ergänzung zu einer Sportart sein, in der Du Dich kontinuierlich verbessern willst – beispielsweise Gewichtheben. Oder in einer Sportart, in der Du sehr einseitig trainierst und die anderen Muskelgruppen durch das Functional Training berücksichtigt wissen willst.

Krafttraining – besser an Maschinen oder als Functional Training?

Es gibt Fragen, die kann man nicht eindeutig beantworten. Die Frage, ob Krafttraining besser und effektiver an der Maschine oder nur mit dem eigenen Körpergewicht oder mit Kleingeräten ist, gehört definitiv dazu. Denn beides hat seine Vorteile und beides hat seine Anhänger. Maschinen können den Benutzer leichter in den Bewegungen führen und sind gleichzeitig auch ein Korrektiv, um Falschbelastungen vorzubeugen. Das senkt das Verletzungsrisiko und steigert die Effizienz.
Doch diese Unterstützung hemmt auch häufig die eigene Koordinationsmöglichkeiten und den Abwechslungsreichtum. Bei vergleichbaren Übungen ist die, die ohne Maschinen absolviert wird, eine höhere Beanspruchung für das Nerv-Muskel-System. Wer nur bestimmte Muskelgruppe effektiv trainieren will, ist an den Maschinen zwar besser aufgehoben, riskiert damit aber auch eine Überbeanspruchung der einen und eine Unterforderung der anderen Muskelpartie.
Abwechslungsreicher ist sicher das freie Training. Die Zuhilfenahme von Kleingeräten wie Hanteln in unterschiedlichen Längen und Gewichten, Thera-Bändern und anderen, lassen sich viel leichter variieren und vermeiden eine einseitige Belastung. Beim maschinenunabhängigen Training kannst Du auch vollkommen individuell abgestimmt auf Dein Trainingslevel eingehen und die Übungen und Erschwernisse entsprechend anpassen.

Functional Training vs Krafttraining – Wo liegen die Unterschiede?

Während traditionelles Krafttraining meist an Geräten stattfindet, bei denen einzelne Muskelgruppen bearbeitet werden und andere Muskelgruppen ruhen, stabilisierst Du beim Funktionellen Training Deinen Körper ohne Unterstützung aus der eigenen Kraft heraus. Ein Gerät hilft Dir bei der Ausführung der Bewegung nicht. Das Functional Training ist demnach eine Beanspruchung für den ganzen Körper.
Beim Krafttraining geht es tatsächlich darum, Kraft aufzubauen. Dies misst sich meist in Gewichten, die Du hebst, drückst, stemmst und so weiter. Das Funktionale Training ist ganzheitlicher und hat weniger mit Kraft zu tun, als mit einer entspannenden Belastung. In der Praxis heißt das, dass Du als Gewichtheber sicher die Einkaufstaschen nach Hause tragen kannst und Deine Arme auch noch fünf Liter Milch mehr vertragen könnten. Dein Rücken mag diese ungeübte und einseitige Anforderung aber vielleicht nicht. Denn ihn hast Du beim Training nicht berücksichtigt.

Functional Training vs Krafttraining  – Wo liegen die Vor- und Nachteile?

Es ist immer schwierig von Vor- und Nachteilen zu sprechen, weil Sport auch sehr viel mit Spaß zu tun hat. Bei Krafttraining geht es darum – das sagt bereits die Bezeichnung – Kraft aufzubauen. Für den Alltag ist das bei den meisten aber nicht erforderlich. Vielmehr haben wir es heute mit Berufen zu tun, die körperlich entweder gar nicht oder nur sehr einseitig fordern. Ein ganzheitliches Training unterstützt also den Körper in seiner Funktionalität und gleicht vernachlässigte Bewegungsabläufe aus.

Functional Training im Vergleich zum HIIT (Hochintensives Intervalltraining)

Schnell und intensiv – so kann man das Hochintervall-Training am besten beschreiben. Dabei wechseln sich hochintensive Belastungsphasen mit Ruhephasen ab. Ähnlich wie beim Functional Training, kommt es hier auf den Leistungsstand des Sportlers an. Die Sportart lässt sich individualisieren und bietet für jeden etwas. Allerdings ist die Belastung für Ungeübte schon sehr groß und Du solltest vielleicht vorher mit einem Fachmann besprechen, ob diese Trainingsform für Dich geeignet ist. Auch beim Functional Training  kannst Du Phasen in Dein Training einbauen, in denen Du in Intervallen übst.

Functional Training im Vergleich zu Calisthenics

Calisthenics leitet sich von dem griechischen Begriff „kalos“ ab und bedeutet „schön“ oder „gut“. Hierbei trainierst Du ohne Hanteln, Geräte oder sonstiges Zubehör und absolvierst die Übungen aus reiner Muskelkraft. Kniebeugen, Liegestütz und Klimmzüge sind die Kernübungen dieses Trainings – Übungen, die auch im Functional Training vorkommen.

Functional Training im Vergleich zu Calisthenics – Wo liegen die Vor- und Nachteile?

So gesehen unterscheiden sich die drei Trainingsarten nicht so sehr. Sowohl beim Functional Training als auch im Calisthenics und beim HIIT geht es darum, große Muskelgruppen zu trainieren und alltägliche Bewegungsabläufe und Anforderungen zu simulieren. Calisthenics ist eine Trendsportart, die sich große Beliebtheit erfreut. In der Regel wird sie in der Öffentlichkeit ausgeübt. Und auch das Intervalltraining erlebt derzeit einen großen Boom. Beide Sportarten könnte man als eine Variante des Functional Trainings betrachten.

Functional Training Workout – Welche Übungen gibt es?

Funktionelles Training ist geradezu grenzenlos vielseitig, weil Du alle Übungen unterschiedlich und individuell abwandeln kannst. So erzielst Du den größtmöglichen Trainingseffekt, ohne Langeweile und mit viel Abwechslung. Basis für die meisten Übungen ist der Rücken. Aus ihm stabilisierst Du Dich und holst die meiste Kraft. Wichtig ist es, die unterschiedlichen Bereiche abwechselnd und nicht gleichzeitig zu trainieren. Das bedeutet, dass Du an dem einen Tag die Arme und den Oberkörper trainierst und beim nächsten Mal die Beine und den Po.

Welche Functional Training Übungen ohne Geräte gibt es?

  • Liegestütze
  • Ganzkörperstütze
  • Kniebeuge
  • Beckenheben
  • Handstand
  • Ausfallschritt
  • Klimmzug

Die Vielzahl der Übungen und ihrer Variationsmöglichkeiten scheint schier grenzenlos. Im Folgenden haben wir Dir die beliebtesten und wichtigsten Übungen zusammengestellt.
Liegestütze: Die weltweit vermutlich gängigste Übung, um Muskeln aufzubauen, ist der Liegestütz, auch Push-up genannt. Je nach Ausführung wird hier das gesamte Körpergewicht zum Einsatz gebracht. Es gibt von der Liegestütz auf den Knien bis zur einhändigen Liegestütz, wirklich zahlreiche Varianten, die Du Dir nach und nach erarbeiten solltest. Der Körper bildet eine gerade Linie, die Arme sind fast durchgestreckt und nun senkst Du den Körper zwischen die Arme ab, ohne dabei auf dem Boden aufzuliegen. Kurz halten und wieder durchstrecken.
Kniebeugen: Knackiger Po, trainierte Beine – Eine gängige Bewegung im Alltag, ein intensives Workout im Functional Training. Stelle die Beine schulterbreit auf, die Füße schauen nach vorne. Nun senkst Du das Gesäß nach hinten unten, ohne dass die Unterschenkel aus der senkrechten Position kommen oder die Knie über die Füße ragen. Nun wieder langsam in die Ausgangsposition gehen, jedoch ohne dabei in die vollständige Streckung zu kommen.
Klimmzug: Perfekt für den Rücken-Arm-Schulter-Bereich. Du benötigst dafür eine Stange, an der Du Dich hochziehen kannst. Wer bereits etwas trainiert ist, sollte diese Übung mal aus dem Liegen heraus probieren – das gibt eine vollkommen neue Trainingsdimension.
Beckenheben: Du liegst auf dem Boden oder einer Matte und winkelst die Beine so an, dass Deine Füße noch immer mit der gesamten Fläche Bodenkontakt haben. Die Arme liegen locker neben dem Körper. Mit der Ausatmung das Becken heben, bis es mit Oberschenkel und Oberkörper eine Linie bildet. Für einige Sekunden halten, bevor Du wieder in die Ausgangsposition gehst, ohne dabei das Becken auf dem Boden abzulegen.
Handstand: Was haben wir es als Kinder mit Enthusiasmus geübt? Für Ungeübte bietet sich der Handstand an der Wand an: Dazu mit dem von der Wand abgewendeten Gesicht im Vierfüßlerstand starten. Die Hände werden eine Beinlänge von der Wand entfernt exakt unter den Schultern platziert. Jetzt gehst Du rückwärts die Wand mit den Füßen hoch. Zu Beginn reicht es, wenn Du die Gesäßhöhe erreicht hast, die Beine hier streckst und atmest. Verfeinern kannst Du das, indem Du die Beine abwechselnd von der Wand löst.
Darf es noch etwas schwieriger sein? Dann wander die Wand weiter hoch, bis die Beine parallel dazu sind. Im nächsten Schritt kannst Du diese Übung ohne Wand versuchen. Viel Erfolg!
Ganzkörperstütze: Die Ganzkörperstütze ähnelt der Liegestütz sehr, ist aber noch etwas anspruchsvoller. Der Körper bildet auch hier eine gerade Linie, es liegen die Unterarme und Zehen auf. Du kannst ihn längs oder seitlich ausführen und es geht darum, die Spannung im ganzen Körper zu halten. Ein sehr intensives Training. Atmen nicht vergessen. Noch intensiver wird die Übung, wenn Du dabei den Schließmuskel (man findet ihn, wenn Du Dir gedanklich vorstellst, beim Wasserlassen kurz anzuhalten) anspannst.

Was sollte während des Functional Trainings beachtet werden?

Bei vielen Sportarten erhöht sich der Zeitaufwand mit zunehmendem Trainingsstand. Wenn der Anfänger schon mit 15 Minuten Dauerlauf voll ausgelastet ist, kann der versierte Jogger ohne Probleme das dreifach an Zeit ablaufen, ohne sich wirklich ausgepowert zu fühlen. Beim Functional Training ist das etwas anders. In der Regel braucht es, egal wie gut oder schlecht Du trainiert bis, etwa 30 Minuten. Denn Du kannst die Übungen über die Varianten intensivieren. Du startest nach dem Aufwärmen mit den immer komplexer werdenden Bewegungen und arbeitest Dich dann zum großen Finale mit einer Intervall-Trainingseinheit vor, bei der Du Deinen Kreislauf noch einmal richtig in Schwung bringst.
Beachte dabei immer, dass Dein Körper Dir signalisiert, wenn er seine Grenze erreicht hat. Wer diesen Weckruf überhört, läuft Gefahr sich zu verletzen oder zu überfordern.

Functional Training Geräte – Welches Equipment und Zubehör gibt es zu kaufen?

Functional Training kannst Du komplett ohne jedes Zubehör oder Equipment ausüben. Und das auch genau dort, wo Du möchtest. Denn es braucht weder unbedingt ein Dach über dem Kopf noch eine Gerät. Dennoch gibt es mittlerweile viele coole Gadgets, mit denen Du Deine Trainingseinheit noch effektiver und abwechslungsreicher und zum Teil auch noch genauer gestalten kannst. Wir möchten Dir die wichtigsten vorstellen:

  • Tubes
  • Stabile Unterlagen
  • Instabile Unterlagen
  • Kettlebell
  • Pezziball
  • Schlingentrainer
  • Langhanteln
  • Kurzhanteln
  • Thera-Band
  • Sling Trainer
  • Sandsack

Functional Training mit einer Tube

Ein Tube ist eine Röhre oder auch ein Schlauch. In der Fachsprache kann man ihn auch als einen Expander bezeichnen. Er ist meist aus einem dehnbaren Material wie Gummi oder Latex und dient dazu, den Widerstand zu erhöhen, gegen den Du mit Deinem Körper arbeiten musst. Man kann mit ihnen Übungen machen, die Bauch, Beine, Po, Arme, Rücken und alle anderen Muskelgruppen trainieren. Durch die Arbeit mit den Tubes werden auch Bänder und Sehnen trainiert. Du erhältst sie häufig in unterschiedlichen Farben, die gleichzeitig unterschiedliche Widerstandskräfte markieren. Viele Modelle haben bereits eingearbeitete Griffe, andere werden eventuell noch passgenau zugeschnitten oder gewickelt.

Functional Training mit einer Yogamatte

Eine Yogamatte ist ein nahezu unumgängliches Zubehör – vor allem für Funktionelles Training im Indoor-Bereich. Sie ermöglicht Dir einen komfortableren Sitz, federt die Wirbelsäule im Liegen ab und verhindert, dass Du ausrutschst und Dich verletzt. Auch Deine Knie werden es Dir danken, wenn Sie auf einem weicheren Untergrund abgelegt werden. Damit Du lange etwas von ihr hast, solltest Du sie regelmäßig desinfizieren und darauf achten, dass sie auf Untergründe liegt, die keine Schäden oder Risse hervorrufen können. Du findest sie im Fachhandel in vielen Farben, Größen und Stärken.

Functional Training mit einem Kettlebell

Für die einen ist es eine Kanonenkugel mit praktischem Griff, die anderen verwenden es als Türstopper – gemeint ist der Kettlebell, der sich als kleines und effektives Trainingsgerät immer größerer Beliebtheit erfreut. Seine Geschichte beginnt eigentlich mit etwas vollkommen unsportlichen, denn diese Geräte dienten früher auf den Märkten als Gewichte.
Angeblich waren es russische Bauernjungs, die damit begannen, zu messen, wer den Kettlebell am weitesten schleudern könnte. Das kleine Trainingsgerät bietet sehr viele Vorteile: Der Massenschwerpunkt des Gewichts liegt außerhalb der Hände, was Dich beim Training noch mehr fordert, die Stabilität zu halten. Du kannst mit den Bällen Übungen im wahrsten Sinne des Wortes erschweren, aber auch variieren. Sie ist klein und handlich und kann daher nicht nur überallhin mitgenommen werden, sondern ist auch praktisch zu verstauen.

Sollte man für’s Functional Training ins Fitnessstudio gehen?

Das Funktionelle Training kann sowohl Drinnen als auch Draußen und in eigener Regie oder unter Anleitung eines Trainers stattfinden. Wenn Du Dich dazu entschließt, ohne fachliche Anleitung zu trainieren, dann solltest Du dies aber nur machen, wenn Du bereits einige Trainings-Vorkenntnisse hast. Bei dem Functional Training ist es sowohl für den Erfolg als auch für die Sicherheit vor Verletzungen mit möglicherweise langwierigen Folgen unabdinglich, dass die Übungen bewusst, kontrolliert und sorgfältig ausgeübt werden.
Sport-Neulinge verfügen noch nicht über das Feingefühl, welche Bewegungsabläufe richtig sind, worauf sie achten müssen und es kann dazu kommen, dass sie die Trainingseinheiten falsch ausführen. Zumindest zum Start solltest Du Dir eine fachliche Unterstützung suchen. Das kann ein Personal Trainer sein, oder auch ein Kurs in einem Fitness-Studio. Viele kommen beim gemeinsamen Training auf den Geschmack, dass Sport in einer Gruppe ohnehin deutlich motivierender ist.

Wie hoch ist der Kalorienverbrauch beim Functional Training?

Für viele Sportler steht bei der Wahl des Trainings auch das Potential zum Verbrennen von Kalorien im Vordergrund. Das Functional Training kann auch hier punkten. Wie bei jeder anderen Sportart verbrennst Du bereits beim Training und auch im Anschluss eine Menge Kalorien. Dadurch, dass Du große Muskelgruppen trainierst, benötigen diese auch viel Energie.
Doch beim Functional Training stellt sich noch ein weiterer Effekt ein: Die aufgebauten Muskeln verbrauchen auch Kalorien, wenn Du keinen Sport machst. Somit verbrennst Du langfristig viel mehr Kalorien als bei Sportarten, die sich nur auf bestimmte Teile von Muskelgruppen konzentrieren. Wie hoch der Kalorienverbrauch ist, hängt individuell von Deinem Leistungspensum und Deinem Vortraining ab.

Wie sollte man sich am besten für das Functional Training aufwärmen?

Vor jedem Training steht das Aufwärmen. Beim Functional Training wird – außer es gibt Einschränkungen – der ganze Körper in Anspruch genommen, also sollte dieser auch komplett aufgewärmt werden. Dabei wird auch der Kreislauf in Schwung gebracht. Ein ideales Aufwärmtraining kann zum Beispiel das Laufen auf der Stelle sein, bei dem Du nach zwei Minuten die Arme angewinkelt und nach weiteren zwei Minuten ausgestreckt kreisen lässt. Auf diese Weise beanspruchst Du bereits den Großteil aller Muskeln und gehst aufgewärmt ins Training.

Wie hoch ist der Muskelaufbau beim Functional Training?

Muskeln, Muskeln, Muskeln – tatsächlich sind sie es, die uns Kraft, Geschmeidigkeit und Halt schenken. Eine gute Muskelbasis hält den vielen Anforderungen des Alltags stand und sorgt damit dafür, dass wir schmerzfrei unsere Bewegungen machen können. Demnach ist es sinnvoll, Muskeln zu trainieren und sie optimal zu beanspruchen.
Functional Training ist ideal dafür, denn diese Sportart nutzt den gesamten Muskelkomplex des Körpers und bringt ihn durch Übungen, die den natürlichen Bewegungen entsprechen, aber in intensivierter Form ausgeführt werden, zu Bestleistungen. Das heißt Du trainierst große Muskelgruppen, tief liegende Muskeln und den gesamten Bewegungsapparat. Das Ergebnis wird ein ganzheitlich gutes Körpergefühl und ein intensiver Muskelaufbau sein.

Eignet sich Functional Training auch zum Abnehmen?

Wie wir bereits wissen, verbrennst Du beim Funktionellen Training ziemlich viele Kalorien. Da auch der Nachbrenneffekt sehr hoch ist, ist die Chance, mit dieser Art des Sports abzunehmen und gleichzeitig Deinen Körper neu zu definieren, sehr hoch. Es kommt natürlich – wie bei allen Sportarten – zusätzlich auf Deine Ernährung an. Wenn Du also ausgewogen isst, nicht mehr Kalorien zu Dir nimmst, als Du auf natürlichem Weg und zusätzlich durch die sportlichen Einheiten verbrennst, dann steht einem Abnehmerfolg mit Funktionalem Training nichts mehr im Weg.
Der Gang zur Waage kann übrigens in die Irre führen: Muskelmasse wiegt mehr als Fett. Wenn Dein Körper nun aber Fett abbaut – was er bei einem regelmäßigen Training tun wird – und Muskelmasse aufbaut, dann kann es dazu führen, dass die Waage erst einmal nicht weniger oder sogar mehr Gewicht anzeigt. Doch vertrau Deinem Gefühl: Das Resultat, ob an Deinem Bauch Pölsterchen oder Muskeln sind, wirst Du sicher einschätzen können.

Functional Training – Fragen und Antworten

Worin unterscheidet sich Functional Training für Einsteiger im Vergleich zu Fortgeschrittenen?

Ob Einsteiger oder Fortgeschrittener – dieser Fitness-Sport eignet sich gleichermaßen für jeden. Und auch die Übungen sind in der Basis ähnlich bis gleich. Doch je nach Trainingsgrad kannst Du sie variieren und damit komplexer gestalten. So wird garantiert niemandem langweilig.

Brauche ich für Functional Training einen Trainingsplan?

Ja, das bietet sich in jedem Fall an, um wirklich optimal und effektiv zu trainieren. Ein Trainingsplan ist nicht nur eine gute Vorgabe. Du kannst an ihm auch Deine Fortschritte erkennen und Deine Wunschziele im Vorfeld festlegen. Wenn Du also als Anfänger mit 5 Liegestütz startest, kannst Du für Dein Trainingsziel in 14 Tagen schon eine Schippe drauflegen.
Idealerweise entwickelt ein Trainer mit Dir so einen Trainingsplan, den er genau auf Dein Leistungsniveau und auf Deine Ziele abstimmen kann. Es gibt auch vorgefertigte Trainingspläne im Internet – diese berücksichtigen aber natürlich nicht das individuelle Ziel. Wenn Du sportlich schon sehr erfahren bist und es Dir zutraust, kannst Du sicher aus den vielen Übungsangeboten auch einen sinnvollen eigenen Plan erstellen.

Ist Functional Training nur ein Trend oder essentiell für den Alltag?

Richtig ist: Funktionelles Training erlebt derzeit einen Boom und man kann durchaus von einem Trend sprechen. Doch viele Trends sind kurzlebig, werden durch neue Erkenntnisse abgelöst und verschwinden häufig so schnell, wie sie gekommen sind. Beim Functional Training kann und wird dies nicht der Fall sein. Denn, wie bereits erwähnt, wird es seit vielen Jahren in der Reha und Physiotherapie angewandt, weil es den Körper allumfassend schnell und effektiv wieder fit macht. Daher kann man selbstverständlich sagen, dass ein Functional Training essentiell für den modernen Alltag ist.