Basische Lebensmittel

Wenn wir mal wieder durch Job, Familie und andere Aktivitäten stark gefordert sind, essen wir oftmals nebenbei und ohne auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Blöd, wenn Du am Ende des Tages feststellst: „Ich bin sauer!“ Und meist bezieht sich das nicht nur auf die Gemütslage, sondern auch auf die Übersäuerung des Körpers. Schlappheit kann die Folge sein.
Dabei ist es ganz einfach, eine solche Übersäuerung zu vermeiden, denn man unterscheidet zwischen basischen oder basenbildenden Lebensmitteln und sauren bzw. säurebildenden. Diese Bezeichnungen beziehen sich darauf, wie die Lebensmittel im Körper wirken und welche Substanzen bei ihrer Verstoffwechselung entstehen. Basische Nahrungsmittel sind die Grundlage einer gesunden Ernährung. Sie helfen dem Organismus, den Säure-Basen-Haushalt auszugleichen.
Im Folgenden erklären wir Dir, was basische Nahrungsmittel sind, wie sie wirken und wie Du mit einer basischen Ernährung zu mehr Wohlbefinden kommst.

Was sind basische Lebensmittel?

Mit dem Geschmack der Lebensmittel haben die Begriffe „sauer“ und „basisch“ nichts zu tun. Zitronen zum Beispiel gehören – trotz ihres extrem sauren Geschmacks – zu den basischen Lebensmitteln, die dem Körper gut tun, weil sie durch die Verstoffwechselung alkalisch werden.

Was bedeutet “basisch”, was bedeutet “sauer”?

Basische Lebensmittel liefern dem Körper basische Mineralstoffe oder aktivieren die körpereigene Basenbildung. Muss der Körper hingegen Lebensmittel verarbeiten, die zur Gruppe der „Sauren“ zählen, entstehen dabei Säuren, die sich schädlich auf den Körper auswirken können.

Wie wirken basische Lebensmittel?

Basische Nahrungsmittel wirken sich auf ganz verschiedenen Ebenen positiv auf Deinen Körper aus und unterstützen ihn. Dadurch bleibst Du leistungsfähig und Dein Stoffwechsel wird unterstützt:
Basische Lebensmittel enthalten nur sehr wenig säurebildende Aminosäuren
Aminosäuren wie Methionin und Cystein enthalten Schwefel und nach einem übermäßigen Verzehr von Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern oder Soja entsteht bei ihrem Abbau Schwefelsäure.
Basische Lebensmittel enthalten viele Basen
Basisch wirkende Mineralstoffe wie Natrium, Calcium, Kalium, Eisen und Magnesium sorgen im Zellstoffwechsel und im Gewebe dafür, den pH-Wert auszugleichen, der durch die aufgenommenen Säuren aus dem Gleichgewicht gerät.

Basische Lebensmittel enthalten hilfreiche Nährstoffe

Vitamine, Antioxidantien und sekundäre Pflanzenstoffe stärken das Immunsystem, halten die Organe leistungsfähig und helfen dem Körper so bei der Verstoffwechselung. Er muss Gifte, Schlacke und überschüssige Säuren neutralisieren und ausleiten.

Basische Lebensmittel mit Bitterstoffen regen die Basenbildung an

Der Körper kann mit den von ihm gebildeten Basen einen vorhandenen Säureüberschuss im Gewebe abbauen und damit einer Übersäuerung entgegenwirken.

Basische Lebensmittel verschlacken nicht

Saure Schlacken, die beim Verstoffwechseln von Nahrungsmitteln entstehen können, können den Körper langfristig blockieren, entzünden und zu schwerwiegenden Erkrankungen führen.

Basische Lebensmittel enthalten viel Wasser

Ausreichend Flüssigkeit unterstützt den Körper, Säuren möglichst rasch über die Nieren ausscheiden zu können.

Die entzündungshemmende Wirkung basischer Lebensmittel

Eine Vielzahl von Krankheiten wird durch versteckte entzündliche Prozesse im Körper ausgelöst. Verursacht werden können sie durch eine falsche Ernährung. Der Konsum von viel Zucker zum Beispiel steht im Verdacht, entzündliche Prozesse im Organismus auslösen zu können, beispielsweise Rheuma oder Gicht.

Basische Nahrungsmittel verfügen über einen hohen Mineralstoffgehalt und sind reich an Kalium und Magnesium. Beide Mineralstoffe sind bekannt für zahlreiche positive Eigenschaften. Eine Studie der Universität von Kalifornien konnte aber sogar eine entzündungshemmende Wirkung von Magnesium nachweisen, die dann automatisch auch gegen eine Übersäuerung des Körpers arbeitet.

Was ist basische Ernährung?

Eine basische Ernährung setzt auf basenhaltige Lebensmittel und vermeidet ein Zuviel an sauren Nahrungsmitteln. Dadurch soll der Körper entlastet werden, da möglichst wenig Inhaltsstoffe sauer verstoffwechselt werden. Die basische Ernährung unterstützt den Körper dabei, den pH-Wert im optimalen Bereich zu halten und dies wirkt sich positiv auf das allgemeine Wohlbefinden aus – Du fühlst Dich fit und leistungsfähig, Haut, Haare und Nägel machen einen gesunden Eindruck.

Unterschiede zwischen einer vegetarischen und einer basischen Ernährung

Auch wenn sowohl bei der vegetarischen als auch bei der basischen Ernährung vermehrt auf pflanzliche Lebensmittel gesetzt wird, gibt es doch bedeutende Unterschiede zwischen diesen beiden Ernährungsweisen. Bei der basischen Kost werden Eier, Milch, und Milchprodukte vermieden, da sie zu den säureproduzierenden Lebensmitteln zählen. Vegetarier hingegen verzehren diese Produkte oft in größeren Mengen.

Vegan oder basisch – Wo liegen die Unterschiede zwischen einer veganen und einer basischen Ernährung?

Auch wenn eine vegane Ernährung, genau wie eine basische, auf Milchprodukte und Eier verzichtet, sind bei der veganen Ernährung zum Beispiel oft viele Sojaprodukte enthalten. Wer sich basisch ernährt, verwendet diese Produkte nur sehr gezielt. Soja ist zwar ein beliebter Fleischersatz bei Veganern und Vegetariern, enthält aber viel säurebildendes Eiweiß. Und beim Eiweißabbau entstehen im Körper Sulfate und Phosphate, die sauer verstoffwechselt werden.

Welche Lebensmittel sind basisch, welche sauer?

Grob kann man sagen, Obst, Gemüse, Pilze, Kräuter und Salate sind basisch. Fleisch, Fisch, Eier, Milch- und Sojaprodukte sowie Getreide sind Säurebildner. Wobei es hier auf die Feinheiten ankommt. Gerade bei den Säurebildnern muss man zwischen den „guten“, die der Körper in geringen Maßen benötigt, und den „schlechten“, die ihn nur belasten, genau unterscheiden.

Die guten Säurebildner, wie viele Getreidesorten, Nüsse, Hülsenfrüchte und hochwertige Öle, solltest Du unbedingt regelmäßig innerhalb einer basenüberschüssigen Ernährung zu Dir nehmen. Die schlechten, wie Fleisch und Eier aus konventioneller Landwirtschaft, Zucker und Fertigprodukte, besser konsequent meiden oder nur in Ausnahmefällen verspeisen.

Der PRAL-Wert

Der PRAL-Wert steht für die „Potential renal acid load“, also die potentielle Säurebelastung der Niere. Er wird in Milliäquivalent pro 100 g Lebensmittel (mEq/100 g) angegeben und gibt Dir Aufschluss darüber, wie hoch die Säureausscheidung über die Niere beim Verzehr von 100 g eines Lebensmittels ist. Auch die Absorptionsrate von Mikronährstoffen im Darm, deren Verstoffwechselung und die im Körper aus schwefelhaltigem Eiweiß entstehende Säuren fließen in die Berechnung des Wertes ein.

Werte mit einem negativen Vorzeichen sind basenüberschüssig, also gut für eine säurearme Ernährung: Avocado hat mit -9,9 einen negativen PRAL-Wert, Bohnen mit -3,1 ebenfalls und auch Äpfel mit -2,2 zählen zu den basischen Lebensmitteln. Zu den sauren Lebensmitteln hingegen zählen Quark mit 11,1, Schweinefleisch mit 7,9 und Nudeln mit einem Wert von 6,7.

Einen schnellen Überblick findest Du in unserer Tabelle weiter unten, in der die Lebensmittel (den PRAL-Wert zugrunde gelegt) in basische und saure aufgeteilt sind.

Im Rahmen einer basenüberschüssigen Ernährung ist also nicht der pH-Wert von Lebensmitteln entscheidend, sondern der PRAL-Wert. Er definiert die Wirkung der Nahrung auf den Säure-Basen-Haushalt des Körpers.

Viele legen für eine basische Ernährung den ph-Wert zugrunde. Das ist allerdings ungenau, manchmal sogar irreführend. Im Gegensatz zum PRAL-Wert, der für die Verstoffwechselung ausschlaggebend ist, gibt der pH-Wert eines Nahrungsmittels lediglich an, ob es einen sauren oder basischen Charakter hat.

Zitrusfrüchte zum Beispiel schmecken sauer und haben einen pH-Wert von 2,4. Eindeutig im sauren Bereich also. Trotzdem liefern sie dem Körper im Rahmen des Stoffwechselprozesses aber Basen und keine schädlichen Säuren. Im Rahmen einer basenüberschüssigen Ernährung ist also nicht der pH-Wert von Lebensmitteln entscheidend, sondern der PRAL-Wert, denn er definiert die Wirkung der Nahrung auf den Säure-Basen-Haushalt des Körpers.

Die besten basischen Lebensmittel

Wer auf eine basenüberschüssige Ernährung setzt, hat die Wahl zwischen vielen leckeren Lebensmitteln, die den Körper fit halten und noch dazu meist kalorienarm sind. Obst, Gemüse, Kräuter und Sprossen stehen im Mittelpunkt dieser wahrlich bunten und „geschmackvollen“ Ernährungsweise. Hier die wichtigsten Lebensmittel:

Basisches Obst

Zum basischen Obst zählen alle geläufigen Sorten wie Äpfel, Ananas, Bananen, diverse Beerensorten, Birnen, Kirschen, Melone, Oliven, Pflaumen, Weintrauben und Zitrusfrüchte.

Basisches Gemüse

Beim basischen Gemüse ist die Auswahl ebenso reichhaltig und umfasst nahezu alle bekannten Arten von Bohnen, über Erbsen, Kohl- und Kürbisarten, Gurken, Karotten, Kartoffeln, Paprika bis hin zu Spargel und Zwiebeln.

Basische Kräuter und Sprossen

Mit basischen Kräutern und Sprossen kannst Du Deine Mahlzeiten gesund würzen und verfeinern. Von Basilikum, Chilischoten und Dill über Ingwer, Salate und Pfefferminze bis zu Vanille, Zimt und Zitronenmelisse. Auch Sprossen von Alfalfa und Bockshornklee über Hirse und Leinsamen bis Mungobohnen und Senf sind gesunde Ergänzungen auf dem Teller. Keimlinge von Dinkel, Gerste und Weizen sind ebenfalls eine tolle Bereicherung der Mahlzeiten.

Basische Getränke: Muss es immer Tee sein?

Wie bei den Lebensmitteln gibt es auch bei den Getränken basische und saure. Die wichtigsten basischen Getränke sind Wasser, Kräutertees, selbstgemachte Früchte-Smoothies und grüne Smoothies. Schlechte, weil säurebildende Getränke sind dagegen Alkohol, Kaffee, Softdrinks, Mineralwasser, schwarzer Tee und Früchtetee.

Welche Öle dürfen in einer basischen Ernährung verwendet werden?

Um dem Körper essenzielle Fettsäuren zuführen zu können, solltest Du im Rahmen einer basenüberschüssigen Ernährung auch Öle verwenden. Besonders geeignet sind hier Leinöl, Rapsöl und kalt gepresstes Olivenöl, da sie schwach basisch beziehungsweise neutral sind.

Tabelle basischer und saurer Lebensmittel

Anhand dieser Lebensmitteltabelle erhältst Du eine schnelle Übersicht über die Zuordnung der gängigsten Nahrungsmittel. Enthalten sind basische und nicht-basische Produkte. Die Liste der basischen Lebensmittel zeigt Dir schnell, bei welchen Nahrungsmitteln Du großzügig zugreifen solltest, wenn Du auf eine gesunde basenreiche Ernährung setzen möchtest. In den Klammern findest Du den PRAL-Wert, berechnet auf 100 Gramm des Nahrungsmittels. Die Produkte mit negativem Vorzeichen sind basisch, die ohne Vorzeichen sauer.

Obst Getränke:
Ananas (-2.7) Apfelsaft ungesüßt (-2.2)
Äpfel (-2.2) Bier Pilsener Art (-0.2)
Aprikosen (-4.8) Cola (0.4)
Bananen (-5.5) Früchtetee (-0.3)
Birnen (-2.9) Gemüsesaft (-3.6)
Erdbeeren (-2.2) Kaffee (-1.4)
Feigen, getrocknet (-18.1) Rotwein (-2.4)
Kirschen (-3.6) Weißwein (-1.2)
Mango (-3.3)
Rosinen (-21.0) Fisch und Meeresfrüchte
Pfirsich (-2.4) Aal geräuchert (11.0)
Weintrauben (-3.9) Garnele (18.2)
Zitronen (-2.6) Lachs (9.4)
Matjes (8.0)
Zander (7.1)
Gemüse
Auberginen (-3.4) Fette und Öle
Bohnen (-3.1) Butter (0.6)
Brokkoli (-1.2) Margarine (-0.5)
Chicorée (-2.0) Olivenöl (0.0)
Fenchel (-7.9)
Grünkohl (-7.8) Nüsse
Gurken (-0.8) Erdnüsse (8.3)
Karotten (4.9) Haselnüsse (-2.8)
Kartoffeln (-4.0) Walnüsse (6.8)
Knoblauch (-1.7)
Kohlrabi (-5.5) Getreide
Lauch (-1.8) Cornflakes (6.0)
Paprika (-1.4) Haferflocken (10.7)
Pilze (-1.4) Reis (4.6)
Radieschen (-3.7) Roggenmehr (4.4)
Rosenkohl (-4.5) Weizenmehl (6.9)
Sauerkraut (-3.0)
Sojabohnen (-3.4.) Fleisch und Wurst
Spinat (-14.0) Fleischwurst (7.0)
Tomate (-3.1) Hühnerfleisch (8.7)
Zucchini (-4.6) Jagdwurst (7.0)
Zwiebeln (-1.5) Lammfleisch (7.6)
Rumpsteak (8.8)
Teigwaren Salami (11.6)
Eiernudeln (6.4) Schweinefleisch (7.9)
Spaghetti (6.5)
Milchprodukte und Eier
Brot Butterkäse (13.2)
Pumpernickel (4.2) Edamer (19.4)
Roggenknäckebrot (3.3) Eigelb (23.4)
Vollkornbrot (5.3) Eiweiß (1.1)
Weißbrot (3.7) Hüttenkäse (8.7)
Weizenbrot (1.8) Kuhmilch 1.5 Fett (0.7)
Parmesan (34.2)
Vollmilch (0.7)

Saure Lebensmittel

Neben den basischen gibt es auch viele saure oder säurebildende Lebensmittel. Um einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt zu gewährleisten und eine vollwertige gesunde Ernährung sicherzustellen, solltest Du auch solche Lebensmittel zu Dir nehmen. Bei den säurebildenden Nahrungsmitteln gibt es gute, die in Maßen genossen werden sollten und schlechte, bei denen Du eher selten zugreifen solltest.

Gute Säurebildner

Zur Gruppe der guten Säurebildner gehören Bio-Getreide (außer Weizen), Hülsenfrüchte, Nüsse und Ölsaaten wie Kürbiskerne und Chia-Samen. Auch Bio-Eier und Bio-Fisch gehört in diese Gruppe. Mit diesen Produkten solltest Du deinen Speiseplan regelmäßig ergänzen.

Schlechte Säurebildner

Vorsicht ist hingegen bei Lebensmitteln wie Fleisch und Wurstwaren geboten, denn sie enthalten einerseits schon saure Mineralstoffe, andererseits entstehen zusätzlich bei der Verdauung Säuren im Körper. Auch Eier aus konventioneller Landwirtschaft und Milchprodukte sind sowohl Säurelieferanten als auch Säurebildner.

Basische Lebensmittel und Getränke

Basische und basenbildende Lebensmittel und Getränke sollten die Grundlage einer gesunden Ernährung sein. Wer regelmäßig Obst und Gemüse isst und dazu viel stilles Wasser, Kräutertees, selbstgemachte Früchte-Smoothies oder grüne Smoothies trinkt, hat die perfekte Grundlage für körperliche Fitness und Wohlbefinden geschaffen. Und dann kann Dein Körper auch mal mit Fastfood, Knabberkram oder Kuchen umgehen, ohne dass er gleich komplett aus dem Gleichgewicht gerät.

Tabelle basischer und saurer Getränke

Basische Getränke Säurebildende Getränke
Stilles Wasser Alkohol
Kräutertee Fruchtsaft aus Konzentrat
Frische Säfte Früchtetee
Frische Smoothies Kaffee
Milch
Schwarztee
Softdrinks

Alternative Säure-Basen-Tabellen

In den Säure-Basen-Tabellen im Internet unterscheiden sich die Angaben zu den einzelnen Lebensmitteln teilweise sehr. Achte unbedingt darauf, dass diesen Tabellen der PRAL-Wert der einzelnen Nahrungsmittel zugrunde liegt. Nur mit seiner Hilfe lassen sich Lebensmittel korrekt in sauer und basisch in Bezug auf ihre Auswirkung auf Deinen Stoffwechsel einteilen. Eine Unterteilung nach dem pH-Wert der Lebensmittel gibt Dir hingegen keine Auskunft über deren Zuordnung in Bezug auf eine basische Ernährung.

Wogegen können basische Lebensmittel helfen?

Eine gesunde Ernährung mit basischen Lebensmitteln kann vielen Beschwerden vorbeugen. Wer eine Übersäuerung verhindert, entlastet seinen Körper. Sodbrennen zum Beispiel wird verursacht, wenn Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt. Die darin enthaltene aggressive Magensäure kann die Schleimhaut der Speiseröhre schädigen. Übersäuerung kann eine Ursache für den Rückfluss sein.

Die Übersäuerung im Magen wiederum kann die Folge einer übermäßigen Säureproduktion sein, aber auch durch eine sehr langsame Entleerung des Magens verursacht werden. Eine ungünstige Ernährung, also säurehaltige oder säurebildende Nahrungsmittel, müssen nicht, können aber Ursachen für all diese Faktoren sein.

Fette, säurehaltige oder säurebildende Speisen wie Frittiertes, Torten oder Wurst müssen wesentlich länger verdaut werden als unbehandeltes Gemüse, Pilze oder Obst. Die sauren Lebensmittel bleiben somit länger im Magen und können Probleme wie Magendruck oder Völlegefühl verursachen. Gepökeltes oder Geräuchertes kann außerdem zusätzlich die Darmschleimhaut reizen und Fertiggerichte enthalten oft Zusatzstoffe, die den Körper belasten. Wenn Du hingegen auf basenüberschüssige Ernährung setzt, kannst Du diesen Beschwerden vorbeugen.

Ein gesunder Körper kann sich normalerweise selbst entsäuern und überflüssige Schlacken abtransportieren. Durch unsere heutige Ernährung, die neben Fertiggerichten oft auch viel Fleisch, Süßigkeiten, Softdrinks, Koffein und Alkohol beinhaltet, kann der Organismus dabei jedoch an seine Grenzen geraten.

Das hat zur Folge, dass sich Säuren und Schlacken im Zwischenzellgewebe und schließlich in den Zellen selbst anlagern. Ein verschlacktes und übersäuertes Zwischenzellgewebe kann die Zellen nicht mehr von Schadstoffen befreien und sie mit wichtigen Nährstoffen versorgen. Die Folge: Die Zelle ist unterernährt und übersäuert. Dies kann unter anderem Cellulitis, Krampfadern, Besenreiser und Gelenkbeschwerden hervorrufen.

Eine Entsäuerung zur Reinigung Deines Körpers kannst Du ganz leicht und zielgerichtet durch Basenfasten erreichen. Dafür ernährst Du dich für einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen ausschließlich von basischen Lebensmitteln und lässt alle schädlichen Säuren und Säurebildner einfach weg.

Basische Lebensmittel bei Neurodermitis

Viele Hauterkrankungen sind Ausscheidungskrankheiten. Der Körper will sich im Inneren vor Säuren und Giften schützen und lagert sie in den Zellen ein, wenn die Ausscheidung über den normalen Weg der Verstoffwechselung nicht mehr ausreichend möglich ist.

Bei einer Übersäuerung verändern sich Haut, Haare und Nägel. Die Haut kann fahler, oft auch unreiner werden. Neurodermitis ist eine chronisch entzündliche Hauterkrankung. Bestimmte Lebensmittelzusatzstoffe, die in sauren oder säurebildenden Lebensmitteln enthalten sind, stehen im Verdacht, Neurodermitis-Schübe auslösen zu könne. Dazu zählen:

  • Farbstoffe wie Tartrazin und Azorubin (in Getränken, Süßwaren, Knabberkram und Fertigprodukten enthalten)
  • Konservierungsstoffe wie Benzoesäure und Sorbinsäure (in Ketchup, Saucen, Wurst und Backwaren enthalten)
  • Antioxidantien und Geschmacksverstärker wie Glutamat (in Fertiggerichten enthalten)
  • künstliche Süßstoffe wie Aspartam (in Getränken, Süß- und Backwaren sowie Frühstücksflocken enthalten)

Wer auf eine überwiegend basische Ernährung setzt, kann diese Gefahr zumindest mindern. Außerdem enthalten basische Lebensmittel wie Obst und Gemüse entzündungshemmende Antioxidantien, die bei einer entzündlichen Krankheit wie Neurodermitis wichtig für den Organismus sind.

Basische Lebensmittel bei Herzerkrankungen

Als Herzerkrankungen werden Krankheiten des Herzens, der Gefäße und des Blutkreislaufs bezeichnet. Gut 40 Prozent aller Todesfälle in Deutschland – jährlich rund 350.000 – werden von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursacht. Sie entstehen meist langsam, über viele Jahre hinweg. Sowohl bei der Vorbeugung als auch bei der Behandlung spielt die Ernährung eine wesentliche Rolle. Neben fehlender Bewegung und Rauchen zählt eine falsche Ernährung zu den größten Risikofaktoren.

Um diesen Krankheiten vorzubeugen, sollten überwiegend basische Lebensmittel wie Obst und Gemüse auf dem Speiseplan stehen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die sich darin befindenden antioxidativen Inhaltsstoffe dafür sorgen, dass sich das im Blut enthaltene Cholesterin nicht an den Aderwänden ablagern kann.

Auch kaltgepresste Pflanzenöle und Fisch sollten regelmäßig auf den Tisch kommen. Hochwertige Pflanzenöle wie Leinöl und Fisch wie Makrele, Lachs und Hering enthalten wichtige Omega-3-Fettsäuren. Sie sollen gegen entzündliche Prozesse wirken und verhindern, dass das Blut verklumpt. Ebenso sagt man ihnen nach, dass sie die Blutgefäße erweitern.

Zur Vorbeugung und zur Behandlung von Herz-Kreislauferkrankungen können basische Lebensmittel also einen wichtigen Beitrag leisten.

Basische Lebensmittel bei Krebs

Krebs ist in Deutschland mit rund 220.000 Todesfällen jährlich die zweithäufigste Todesursache. Schätzungen zufolge werden mehr als zwei Drittel aller Krebsarten durch Ernährungsdefizite und Rauchen verursacht. Daher ist eine gesunde Ernährung als vorbeugende Maßnahme und in der Therapie extrem wichtig. Gut, wenn das mit den basenbildenden Nahrungsmitteln nicht nur einfach, sondern auch noch lecker und vielseitig funktioniert.

Über die Nahrung nehmen wir tagtäglich schädliche Gifte auf. Ob es Dünge- und Spritzmittel sind oder schädliche Zusatzstoffe in Fertiggerichten. Bei der Verarbeitung im Darm werden diese toxischen Stoffe freigesetzt und sorgen nicht nur für ein Klima, in dem sich Krebszellen wohl fühlen, sondern können auch die Zellen schädigen, wodurch es zu einer nicht gewünschten Zellteilung kommen kann, die wiederum Krebs auslösend sein kann.

In mehreren Studien, unter anderem am Linus Pauling Institut in Oregon, konnte festgestellt werden, dass Kreuzblütengewächse wie Brokkoli, Rosenkohl oder Kohlrabi über Inhaltsstoffe verfügen, die in ihrem Zusammenspiel krebserregende Stoffe aus dem Körper heraus leiten. Senfölen sagt man sogar nach, die Entwicklung einiger Krebsarten zu verhindern. Ganz besonders wurden in diesem Zusammenhang ein Rückgang von Lungenkrebs und Krebserkrankungen im Verdauungssystem genannt, bei Menschen, die vermehrt Kreuzblütengewächse gegessen haben.

Eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen wie Vitaminen, Spurenelementen, Mineralien, und sekundären Pflanzenstoffen ist daher ausschlaggebend, denn Vitamin C und andere natürliche Antioxidantien sollen die Bildung freier Radikale stoppen, die zum Großteil für die Entstehung dieser Krebszellen verantwortlich sind.

Empfehlenswert sind basische Nahrungsmittel in Form von mindestens 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst am Tag, denn damit ist die Versorgung an Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen (z.B. Carotinoiden, Flavonoiden) gesichert. Ergänzend dazu sollten Vollkornprodukte gegessen werden, denn auch sie enthalten diese Inhaltsstoffe.

Essenzielle Fettsäuren sollten dem Körper durch hochwertige Fette wie Rapsöl zugeführt werden. Vermeiden solltest Du hingegen versteckte Fette. Diese sind oft in sauren oder säurebildenden Lebensmitteln wie Wurst, Gebäck, Süßwaren, Fast Food und Fertigprodukten enthalten.

Saure und säurebildende Lebensmittel, wie rotes und verarbeitetes Fleisch, werden von der Internationalen Agentur für Krebsforschung heute als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Zu rotem Fleisch zählen Rind, Schwein, Lamm und Ziege. Unter verarbeitetes Fleisch fallen Produkte wie Schinken oder Wurst, die durch Pökeln, Salzen oder Räuchern verändert wurden.

Wie wirken basische Lebensmittel auf Körper und Organismus?

Basische und basenbildende Nahrungsmittel wirken sich in mehrfacher Hinsicht positiv aus. Sowohl auf Deinen Körper als auch auf Dein allgemeines Wohlbefinden. Sie belasten Deinen Organismus während des Stoffwechselprozesses nicht, sondern unterstützen ihn, indem sie Mineralstoffe liefern oder die körpereigene Basenbildung aktivieren.

Das ist prima, weil basisch wirkende Mineralstoffe wie Natrium, Calcium, Kalium, Eisen und Magnesium den pH-Wert im Zellstoffwechsel und im Gewebe ausgleichen. Vitamine, Antioxidantien und sekundäre Pflanzenstoffe stärken zudem Dein Immunsystem und wirken sich positiv auf die Leistungsfähigkeit Deiner Organe aus.

Die in großer Menge in basischen Nahrungsmitteln enthaltene Flüssigkeit unterstützt den Körper dabei, Säuren möglichst schnell über die Nieren ausscheiden zu können.

Eine hohe Konzentration an Kalium und Magnesium hilft Deinem Organismus bei der Vorbeugung oder Bekämpfung von Entzündungen.

Eine gesunde Ernährung mit basischen Lebensmitteln kann zudem vielen Beschwerden, wie zum Beispiel Magen-Darm-Problemen, vorbeugen, die sonst durch eine dauerhafte Übersäuerung verursacht werden könnten.

Rezepte für basische Lebensmittel

Hier ein paar Ideen für basische Kost, die Dir den Einstieg ganz leicht machen. Viele von den basischen Lebensmitteln isst Du sicher ohnehin schon regelmäßig. Wenn Du jetzt noch ein paar Säurebildner weglässt, kann sich das positiv auf Deinen Körper und Dein Wohlbefinden auswirken.

Basisches Frühstück

Wer gesund basisch in den Tag starten will, kann sich ein leckeres Müsli zubereiten. Geeignet sind Keimlinge von Buchweizen und Quinoa. Dazu frisches Obst nach Lust und Laune und Mandelmilch oder Kokosmilch.

Auch ein Hirsebrei mit Mandelmilch garantiert einen basischen Start in den Tag. Dafür die Hirseflocken nach Anweisung kurz aufkochen, mit ein paar Rosinen und Obst mischen und mit etwas Vanille oder Zimt verfeinern.

Als Getränk eignen sich frisch gepresste Obst- oder Gemüsesäfte, stilles Wasser und Kräutertees.

Kaffee, Milchprodukte, Backwaren und gezuckerte Lebensmittel kommen hingegen nicht auf den Tisch.

Basischer Snack

Auch unterwegs oder im Job ist es ganz einfach, zu basischen Snacks zu greifen. Hier bieten sich selbstgemachte Salate im Glas, Trockenfrüchte, Gemüsesticks und natürlich Obst an. Süßigkeiten und Knabberkram bleiben lieber im Schrank.

Basisches Hauptgericht

Selbstgemachte Kartoffelpuffer mit einem leckeren Avocado-Dip und dazu ein bunter Salat mit hochwertigem Öl und vielen frischen Kräutern ist ein leckeres basisches Hauptgericht. Wer im Job mittags in der Kantine isst, orientiert sich an den Gemüsegerichten, wählt am Salatbuffet aus und lässt dafür Fleisch und Brot als Beilage einfach links liegen.

Basisches Dessert

Ganz einfach lässt sich basisches Eis zubereiten. Statt Kuhmilch verwendest Du Mandelmilch. Einfach ein wenig Kokosblütenzucker hinzugeben und zerkleinerte frische Früchte nach Saison. Für ein paar Stunden in den Tiefkühler stellen, zwischendurch mit der Gabel durchfahren. Fertigeis und Schokosünden können andere essen.

Die basische Ernährung in der Kritik: Wie wirksam ist eine Ernährung mit basischen Lebensmitteln?

Vertreter der klassischen Schulmedizin und alternativer Heilmethoden sind sich nicht ganz einig, was das Thema Übersäuerung des Körpers angeht. Manche Schulmediziner vertreten die Ansicht, dass der Körper ausreichend Puffersysteme besitzt, um den Säure-Basen-Haushalt selbstständig in einem für ihn guten Gleichgewicht zu halten.

Auch eine Ableitung, dass bestimmte Krankheiten ausschließlich auf eine Übersäuerung des Körpers zurückzuführen sind, sind nicht wissenschaftlich belegt. Andere Faktoren wie Rauchen, mangelnde Bewegung oder genetische Veranlagung spielen ebenfalls oft eine große Rolle.

Dass eine insgesamt gesündere Ernährung (z. B. Fleischverzicht oder Verzicht auf Fertigprodukte mit vielen chemischen Zusatzstoffen) dem Körper guttut und den Ausbruch von Erkrankungen, im Gegensatz zu einer falschen Ernährung, nicht begünstigt, steht fest. Dass Fast-Food und viel Zucker schädlich sind, ebenso.

Im Rahmen einer basenüberschüssigen Ernährung wird auf diese und andere schädliche Produkte verzichtet, dafür werden aber viele gesunde Lebensmittel, die dem Körper wichtige Nährstoffe liefern und ihn dabei nicht übersäuern, verzehrt. Insofern ist eine positive Wirkung auf den Organismus in jedem Fall gegeben.

Und wer sich mit dem Thema Ernährung beschäftigt, interessiert sich meist auch für andere Gesundheitsthemen, bewegt sich aktiv und sorgt für Entspannung für Körper und Geist. Wenn diese Faktoren zusammenkommen, Du Dich gut fühlst und fit bist, hast Du schon eine ganze Menge für Dich und Deinen Organismus getan, um lange vital zu bleiben. Und Spaß macht es auch noch!